Ehemalige DDR-Marineplattform vor Rügen kommt unter den Hammer
Vor der Insel Rügen ragt ein ungewöhnliches, verlassenes Bauwerk aus dem Wasser: eine graue Plattform, heute menschenleer und vor allem von Vögeln besiedelt. Nun soll die Anlage versteigert werden.
Wie die Norddeutsche Grundstücksauktionen AG mitteilt, handelt es sich um eine frühere Entmagnetisierungsstation der Volksmarine der DDR im Greifswalder Bodden. Die Konstruktion steht auf etwa 600 Holzpfählen und umfasst mehrere Gebäude. Dort wurden einst Marineschiffe über eine im Meer verlegte Kabelschleife behandelt, um ihre magnetische Signatur zu verringern und sie so vor Seeminen mit Magnetzündern zu schützen.
Nur über das Wasser erreichbar
Laut Auktionskatalog für den Termin am 4. Juni in Hamburg ist die Anlage ausschließlich per Boot zugänglich. Die außergewöhnliche künstliche Insel besteht aus einer Betonrahmenplattform mit Verkleidung aus Eisenplatten und einem Belag aus Holzbohlen. Früher befanden sich darauf ein Wohngebäude sowie ein Maschinenhaus – schlicht ausgestattet, aber zweckmäßig.
Stark beschädigter Zustand
Der bauliche Zustand gilt als schlecht. Witterung, Vogelkot und Vandalismus haben deutliche Spuren hinterlassen. Genannt werden unter anderem Setzungsrisse, rostige Stahlbauteile und zerstörte Fenster. Zudem sollen bereits Algen an den Wänden hochwachsen.
Wegen des maroden Zustands sind Besichtigungen nicht möglich. Ein Energieausweis ist nicht erforderlich.
Mindestgebot bei 39.000 Euro
Das Mindestgebot für die Plattform liegt bei 39.000 Euro. Zusätzlich befindet sich auf der Insel noch ein Kunstwerk, das separat erworben werden kann: eine Keramikglocke des Künstlers Gerhard Benz mit einem Gewicht von rund 1,3 Tonnen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion