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Streiks und Iran-Krieg drücken Frankfurt-Passagierzahlen

Streiks, Iran-Krieg, Kerosin-Sorgen: Am Frankfurter Flughafen brechen die Zahlen ein – und ein heikles Risiko bleibt.

05.05.2026, 15:03 Uhr

Fraport sieht Frankfurt nur am unteren Ende der Passagierprognose

Der Krieg im Iran, die angespannte Lage bei der Kerosinversorgung und die Streiks bei der Lufthansa belasten die Aussichten für den Frankfurter Flughafen. Nach Angaben von Fraport-Finanzvorstand Matthias Zieschang dürfte Deutschlands größter Airport beim Passagieraufkommen in diesem Jahr nur das untere Ende der bislang angepeilten Spanne von 65 bis 66 Millionen Fluggästen erreichen.

An der Gewinnprognose für 2026 hält das Unternehmen zwar fest. Voraussetzung bleibt jedoch, dass es keine Unterbrechungen bei der Versorgung mit Kerosin gibt.

Turbulente Wochen für den Flughafen

Für den Flughafen liegen ereignisreiche Wochen hinter ihm. Der Krieg in der Golfregion setzt die Luftfahrt weltweit unter Druck. Hinzu kamen in Deutschland die Lufthansa-Streiks im März mit zahlreichen Flugausfällen. Im April wurde der Betrieb der Airline durch Arbeitsniederlegungen von Piloten und Kabinenpersonal an insgesamt sechs Tagen weitgehend ausgebremst.

Allein in Frankfurt registrierte Fraport deshalb im April rund 500.000 Passagiere weniger. Das dürfte sich auch in der Jahresbilanz bemerkbar machen.

Wachstum im ersten Quartal trotz Krisen

Im ersten Quartal entwickelte sich das Geschäft besser als erwartet. Vorstandschef Stefan Schulte erklärte, Fraport habe trotz des Ausbruchs des Iran-Kriegs auf allen Märkten zulegen können. Rückgänge auf Verbindungen in den Nahen Osten seien durch höhere Nachfrage in anderen Regionen ausgeglichen worden.

Deshalb hält der Konzern an seiner Prognose für 2026 fest. Fraport verweist dabei insbesondere auf die Aussagen der Bundesregierung zur Sicherheit der Kerosinversorgung.

Versorgung mit Treibstoff bleibt im Blick

Der Nationale Sicherheitsrat hatte im April in der Debatte über mögliche Engpässe bei Treibstoffen in Deutschland vorerst Entwarnung gegeben. Nach Angaben aus Teilnehmerkreisen bestand nach einer Sitzung mit Vertretern von Bund, Ländern und Sicherheitsbehörden keine akute Notlage. Die vorhandenen Kerosinreserven seien für absehbare Zeit ausreichend. Zudem gebe es zusätzliche Raffinerieoptionen, um mögliche Lücken schnell zu schließen.

Ganz gebannt ist die Gefahr aber nicht. EU-Energiekommissar Dan Jørgensen sagte am Dienstag in Brüssel, die Europäische Union bereite sich auf mögliche Versorgungsengpässe vor, vor allem beim Flugkraftstoff.

Fraport ist nicht nur in Frankfurt aktiv, sondern betreibt auch weitere Flughäfen, unter anderem im türkischen Antalya, in Lima in Peru sowie 14 Regionalflughäfen in Griechenland. Konzernweit rechnet das Management weiterhin mit 188 bis 195 Millionen Passagieren im laufenden Jahr.

Ergebnisziel bleibt bestehen

Beim operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) peilt Fraport für 2026 weiterhin bis zu 1,5 Milliarden Euro an. Der Konzerngewinn vor Minderheitsanteilen Dritter soll dagegen wie bereits angekündigt auf 300 bis 400 Millionen Euro zurückgehen. Als Gründe nennt das Unternehmen höhere Zinskosten und größere Abschreibungen, nachdem in Frankfurt das dritte Passagierterminal sowie weitere Ausbaumaßnahmen fertiggestellt wurden.

Im traditionell schwächeren ersten Quartal legte der Umsatz um 1,6 Prozent auf 882 Millionen Euro zu. Unter dem Strich stand jedoch ein Verlust von knapp 18 Millionen Euro und damit etwas mehr als im Vorjahreszeitraum.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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