Nach dem Bekanntwerden des dritten Todesfalls im Zusammenhang mit Malaria sind der Stadt Frankfurt zunächst keine weiteren Infektionen gemeldet worden. Das teilte das Gesundheitsamt auf Anfrage mit.
Seit Beginn des Sommers wurden in Frankfurt insgesamt acht Fälle der sogenannten Flughafen-Malaria registriert. Die Behörden gehen davon aus, dass infizierte Mücken mit einem Flugzeug nach Deutschland gelangt sind.
Betroffen waren sechs Beschäftigte des Flughafenbetreibers Fraport sowie zwei Menschen aus dem nahe gelegenen Stadtteil Schwanheim. Zwei der Fraport-Mitarbeiter und ein Anwohner starben. Die zweite Person aus Schwanheim befand sich nach jüngsten Angaben weiterhin in stationärer Behandlung. Nähere Informationen zum Gesundheitszustand wurden nicht veröffentlicht.
Trotz des weiteren Todesfalls sieht das Frankfurter Gesundheitsamt keinen Anlass für zusätzliche Schutzmaßnahmen. An der Einschätzung des Risikos für die Bevölkerung habe sich nichts geändert, hieß es. Dieses war bereits zuvor als sehr gering eingestuft worden. Weiterhin empfiehlt die Behörde, sich mit Mückenschutz vor Stichen zu schützen.
Malaria in der Hausarztpraxis schwer zu erkennen
Die Stadt Frankfurt appellierte zudem an Ärztinnen und Ärzte, Malaria auch dann als mögliche Ursache in Betracht zu ziehen, wenn Patientinnen und Patienten nicht in einem Risikogebiet im Ausland waren.
Der Vorsitzende der hessischen Hausärzte, Christian Sommerbrodt, erklärte, Malaria sei in einer Hausarztpraxis „ohne Vorwarnung“ schwer zu erkennen. Das liege zum einen daran, dass solche Fälle extrem selten seien, und zum anderen an den unspezifischen Symptomen.
Bei Fieber werde ohne vorherige Reise meist nicht sofort an Malaria gedacht, sondern womöglich erst nach dem zweiten oder dritten Fieberschub. Ein möglicher Hinweis könne sein, dass typische Begleiterscheinungen anderer Infekte wie Halsschmerzen oder Husten fehlen. Nach den bekannten Fällen rund um den Flughafen seien viele Arztpraxen jedoch für das Thema sensibilisiert.
Zwar gibt es Schnelltests zum Nachweis einer Infektion, doch in Hausarztpraxen sind diese nach Angaben Sommerbrodts in der Regel nicht vorrätig. Die Tests seien nur begrenzt haltbar, zudem nicht besonders genau und würden nur selten benötigt. Sie auf Vorrat zu lagern, sei deshalb wirtschaftlich kaum sinnvoll.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber