Frankfurt führt erstmals das Dynamikranking an
Frankfurt am Main ist laut einer neuen Auswertung die dynamischste Großstadt Deutschlands. Zu diesem Ergebnis kommt ein Städteranking von IW Consult, einer Tochter des Instituts der deutschen Wirtschaft, das im Auftrag der Wirtschaftswoche und des Immobilienportals ImmoScout24 erstellt wurde.
Erstmals seit Bestehen der Untersuchung belegt Frankfurt unter 71 betrachteten Großstädten den ersten Platz und verdrängt damit den bisherigen Spitzenreiter Mainz. Das Ranking in seiner aktuellen Form wird seit 2013 veröffentlicht. Im Dynamikvergleich wird untersucht, wie sich Städte innerhalb von fünf Jahren entwickelt haben. Mainz, das im Vorjahr noch vorne lag, rutscht auf Rang zehn ab.
Besonders stark schneidet Frankfurt bei Wirtschaft und Arbeitsmarkt ab. In der Kategorie Wirtschaft erreicht die Mainmetropole Platz eins, beim Arbeitsmarkt Platz drei. Nach Angaben der Studie ist das kommunale Steueraufkommen zwischen 2020 und 2025 in keiner anderen Stadt so stark gestiegen wie dort. Neben dem Finanzsektor profitiert Frankfurt demnach auch von der Digitalwirtschaft, der Chemieindustrie und dem internationalen Flughafen. ImmoScout24-Geschäftsführerin Gesa Crockford betont, Frankfurt verbinde wirtschaftliche Stärke mit einer außergewöhnlich hohen Entwicklungsdynamik.
München bleibt beim Niveau vorn
Im sogenannten Niveauranking, das die aktuelle wirtschaftliche Stärke der Städte abbildet, liegt weiterhin München an der Spitze. Die bayerische Landeshauptstadt erzielt in mehreren Bereichen Bestwerte: Beim Arbeitsmarkt, Immobilienmarkt und der Lebensqualität steht München jeweils auf Rang eins, in der Kategorie Wirtschaft auf Platz zwei.

Allerdings hat diese Stärke ihren Preis: Nirgendwo in Deutschland sind Mieten und Immobilienkosten höher als in München. Hinzu kommt, dass die Stadt laut Analyse zu den Orten gehört, in denen Pendler besonders viel Zeit im Stau verlieren. IW Consult verweist darauf, dass hohe Immobilienpreise häufig mit einem wohlhabenden Umfeld und einer attraktiven Infrastruktur mit Gastronomie, Kultur und Bildungsangeboten einhergehen.
Für das jährliche Ranking wurden 71 kreisfreie Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern verglichen. Berücksichtigt wurden sowohl die aktuelle Lage als auch die Entwicklung im Zeitverlauf. Grundlage waren mehr als 100 Indikatoren und über 50.000 Datenpunkte aus den Bereichen Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt, Immobilien, Lebensqualität und Nachhaltigkeit.
Im Dynamikranking folgen hinter Frankfurt die Städte Düsseldorf, Berlin und München. Die letzten Plätze belegen Salzgitter, Chemnitz und Wolfsburg.
Im Niveauranking liegen hinter München die Städte Frankfurt, Stuttgart und Ingolstadt. Frankfurt verbessert sich hier von Rang vier auf Rang zwei. Am unteren Ende finden sich die strukturschwachen Städte Duisburg, Bremerhaven und Gelsenkirchen.
Zusatzindex zu Künstlicher Intelligenz: München vorne
Auch in einem ergänzenden KI-Index setzt sich München durch. Der Studie zufolge verfügt die Stadt über das stärkste Ökosystem für Künstliche Intelligenz in Deutschland. Besonders gut schneidet München bei der Dichte von KI-Start-ups und bei Stellenanzeigen mit KI-Bezug ab. Auch bei Patentanmeldungen rund um Digitalisierung sowie beim Anteil digital besonders fortschrittlicher Unternehmen zählt die Landeshauptstadt zur Spitze.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber