Berlin

Was jetzt auf Berlins Finanzsenator Evers zukommt

CDU-Stratege Stefan Evers gilt in Berlin als Mann für Größeres – und könnte den Wahlkampf schon bald kräftig aufmischen.

10.07.2026, 20:02 Uhr

Stefan Evers soll Berlins CDU in die nächste Abgeordnetenhauswahl führen

Stefan Evers zählt seit Jahren zu den prägenden Köpfen der Berliner Landespolitik. Der Jurist ist seit 2023 Finanzsenator und übernahm nach dem Rückzug von Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson Ende April zusätzlich das Kulturressort. Schon länger wurde sein Name immer wieder genannt, wenn es in der Berliner CDU um mögliche Kandidaten für noch größere Aufgaben ging. Nun haben die CDU-Kreisvorsitzenden ihn als Spitzenkandidaten der Partei für die kommende Abgeordnetenhauswahl vorgeschlagen.

Der 46-Jährige stammt aus Herdecke in Nordrhein-Westfalen, lebt jedoch bereits seit 1999 in Berlin. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Potsdam und arbeitete anschließend als Referent im Deutschen Bundestag. Innerhalb der CDU hat Evers über viele Jahre eine steile Laufbahn hingelegt.

Seit 2011 sitzt er im Berliner Abgeordnetenhaus, wo er direkt als stellvertretender Fraktionsvorsitzender einstieg. Zwischen 2018 und 2023 war er parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion. Zudem amtierte er von Dezember 2016 bis zum Herbst 2023 als Generalsekretär der Berliner CDU.

Profiliert durch harte Angriffe im Wahlkampf

Vor allem in Wahlkämpfen machte sich Evers einen Namen. Dabei fiel er immer wieder mit zugespitzten Angriffen auf politische Konkurrenten auf. Er gilt als jemand, der Missstände offen anspricht – auch dann, wenn das unbequem ist.

Ihm wird fachliche Stärke, schnelles Denken und ein ebenso schnelles Auftreten in Debatten zugeschrieben. Mit Regierungschef Kai Wegner verbindet ihn eine lange politische Zusammenarbeit, geprägt von Vertrauen und Loyalität. Auch inhaltlich lagen beide meist eng beieinander. Größere Kurswechsel wären mit Evers daher wohl eher nicht zu erwarten. Als Finanzsenator hat er allerdings wiederholt deutlich gemacht, dass politische Vorhaben stets unter Finanzierungsvorbehalt stehen.

Ungewöhnliche Doppelrolle: Finanzen und Kultur

Auch optisch fällt Evers auf: Aufgrund seiner Körpergröße ist er im Berliner Politikbetrieb kaum zu übersehen. Dass er im Senat gleichzeitig für Finanzen und Kultur verantwortlich ist, gilt als eher ungewöhnlich. Ausgerechnet der für Sparsamkeit bekannte Finanzpolitiker wacht damit auch über Kürzungen bei Bühnen und Museen. Bislang verläuft diese Doppelfunktion ohne größere öffentliche Konflikte.

Kai Wegner berief ihn im April 2023 in den Senat. Im CDU-Landesvorstand gehört Evers bislang zu Wegners Stellvertretern.

Evers ist verheiratet und lebt offen schwul. Sein Interesse an Kultur prägt nicht nur seine politische Arbeit, sondern auch sein Privatleben. Er gilt als Filmfreund und als Tierliebhaber. In einem Interview mit der "Berliner Morgenpost" bezeichnete er den Tierpark Friedrichsfelde als einen magischen Ort. Besonders angetan haben es ihm dort die Roten Pandas in der Himalaya-Anlage.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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