Wirtschaft

Porta-Deal mit XXXLutz? EU greift ein

Mega-Deal unter Möbelriesen: Hat XXXLutz bei Porta EU-Recht gebrochen? Brüssel ermittelt – jetzt drohen harte Folgen.

10.07.2026, 19:47 Uhr

Die EU-Kommission prüft die geplante Übernahme von Porta durch den österreichischen Möbelkonzern XXXLutz wegen eines möglichen Verstoßes gegen das europäische Wettbewerbsrecht. Nach Angaben der Brüsseler Behörde besteht der Verdacht, dass die beteiligten Unternehmen den Zusammenschluss möglicherweise bereits teilweise umgesetzt haben, bevor eine offizielle Genehmigung vorlag.

Die Transaktion war demnach Anfang Januar 2025 öffentlich bekannt gemacht worden, wurde bislang aber nicht formell bei der EU-Kommission angemeldet. Nach vorläufiger Einschätzung der Behörde hat der Fall eine europäische Dimension und müsste daher in Brüssel geprüft werden.

Verdacht auf Verstoß gegen die Stillhaltepflicht

Nach den EU-Fusionsregeln dürfen Unternehmen bis zu einer Freigabe keine Schritte unternehmen, die faktisch schon zu einem Kontrollwechsel führen. Dazu zählen etwa eine enge Abstimmung von Geschäftsentscheidungen oder der Austausch sensibler wettbewerbsrelevanter Informationen.

Der Kommission liegen nach eigenen Angaben Hinweise vor, dass XXXLutz und Porta gegen diese sogenannte Stillhalteverpflichtung verstoßen haben könnten. Sollte sich das bestätigen, droht beiden Unternehmen eine Geldbuße von bis zu zehn Prozent des weltweiten Konzernumsatzes.

Unabhängig von dieser Untersuchung will die EU-Behörde außerdem bewerten, ob die geplante Übernahme inhaltlich mit dem europäischen Wettbewerbsrecht vereinbar ist.

Sorge vor weiterer Marktkonzentration

Die deutsche Möbelindustrie hatte bereits im vergangenen Jahr mit deutlicher Kritik auf die Übernahmepläne reagiert. Die Verbände warnten, dass ein Kauf von Porta durch XXXLutz die ohnehin starke Konzentration im deutschen Möbelhandel noch weiter verschärfen würde.

Die XXXLutz-Gruppe, zu der unter anderem auch Mömax und Poco gehören, zählt nach eigenen Angaben zu den größten Möbelhändlern weltweit. Porta besteht seit 1965; das erste Einrichtungshaus wurde damals in der Nähe von Porta Westfalica eröffnet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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