Neun Festnahmen bei Berliner Großeinsatz gegen organisierte Kriminalität
Mit einer großangelegten Razzia ist die Berliner Polizei seit den frühen Morgenstunden gegen organisierte Kriminalität und die Verbreitung von Schusswaffen vorgegangen. In mehreren Stadtteilen, darunter Neukölln und Kreuzberg, wurden Wohnungen und andere Räume durchsucht.
Nach Angaben von Innensenatorin Iris Spranger (SPD) wurden neun Verdächtige festgenommen. Mehrere Hundert Einsatzkräfte durchsuchten rund 20 Objekte. Neben Berliner Polizeikräften waren auch Spezialeinsatzkommandos (SEK) aus Berlin und anderen Bundesländern sowie die GSG 9 der Bundespolizei im Einsatz.
Innensenatorin: Einsatz monatelang vorbereitet
Spranger erklärte, die eigens gegen organisierte Kriminalität und illegalen Waffenhandel aufgebaute LKA-Ermittlungseinheit „Ferrum“ („Eisen“) habe den Einsatz über Monate mit hoher Intensität vorbereitet und vorangetrieben. Der Ermittlungsdruck zur Bekämpfung von Schusswaffenkriminalität bleibe bestehen.
„Wer mit Waffen unsere Straßen unsicher macht, bekommt die volle Härte des Rechtsstaats zu spüren“, sagte Spranger. Berlin habe gemeinsam mit der Innenministerkonferenz eine Initiative für schärfere Gesetze angestoßen. Nun sei der Bund am Zug.
Auch Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) lobte den Einsatz der Staatsanwaltschaft und kündigte an, kriminelle Strukturen weiterhin gezielt zu bekämpfen. Diese hatte mit „Telum“ (lateinisch für „Angriffswaffe“) ebenfalls eine spezielle Ermittlungsgruppe eingerichtet.
Gewerkschaft der Polizei: Polizei braucht mehr Möglichkeiten
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) betonte, die Polizei arbeite intensiv daran, die Welle von Schießereien auf Berlins Straßen einzudämmen und gegen kriminelle Netzwerke vorzugehen. Zugleich fordert die GdP zusätzliche rechtliche und technische Möglichkeiten, um Handys von Verdächtigen effektiv abzuhören, Daten zu speichern und mit moderner Software auszuwerten.
Die Entwicklung bei der Waffenkriminalität unterstreicht aus Sicht der Behörden den Handlungsdruck: 2025 registrierte die Berliner Polizei 1.119 Fälle von Schusswaffengebrauch. In etwas mehr als der Hälfte der Fälle blieb es bei Drohungen, in 515 Fällen wurde geschossen. Insgesamt lag die Zahl der Straftaten, bei denen mit Waffen gedroht oder geschossen wurde, damit um 68 Prozent über dem Vorjahreswert von 2024.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion