Union siegt in Mainz: Eta feiert als erste Cheftrainerin Bundesliga-Erfolg
Marie-Louise Eta hat Fußball-Geschichte geschrieben: Die 34-Jährige feierte mit dem 1. FC Union Berlin beim 3:1 (1:0) gegen den FSV Mainz 05 ihren ersten Sieg als Cheftrainerin in der Bundesliga. In ihrem vierten Spiel an der Seitenlinie gelang damit der ersehnte Premierenerfolg – als erste Frau überhaupt, die einen Bundesligisten als verantwortliche Trainerin zu einem Sieg führte.
„Natürlich sind wir sehr, sehr glücklich, dass wir in keinem einfachen Spiel so eine gute Leistung gezeigt haben und sich die Jungs mit einem Sieg belohnen konnten“, sagte Eta bei DAZN. Ihren persönlichen Meilenstein stellte sie nicht in den Vordergrund: „Man freut sich, man will Spiele gewinnen. Das war schon immer so.“
Andrej Ilic brachte Union in der 38. Minute per Kopf in Führung. Direkt nach dem Seitenwechsel gelang ausgerechnet dem früheren Berliner Sheraldo Becker der Ausgleich für Mainz (48.). In der Schlussphase entschieden dann Oliver Burke (88.) und Josip Juranovic (90.+1) die Partie für die Gäste. Kapitän Christopher Trimmel sagte danach: „Heute haben wir endlich den Sieg auch für sie geholt, weil sie einfach gute Arbeit leistet und sie hat es sich verdient.“
Protest der Union-Fans sorgt für Unterbrechung
Auch abseits des Sportlichen gab es Aufsehen: Im ersten Durchgang warfen Berliner Anhänger Tennisbälle auf das Spielfeld, wodurch das Spiel mehrere Minuten unterbrochen werden musste. Hintergrund der Aktion war der Protest gegen die Sonntagstermine in dieser Saison.
Sportlich ohne große Bedeutung
Für die Tabelle hatte die Begegnung kaum noch Relevanz. Sowohl Mainz als auch Union hatten den Klassenverbleib bereits sicher, während die europäischen Plätze für beide Teams nicht mehr erreichbar waren.
Für Mainz-Trainer Urs Fischer hatte das Spiel dennoch eine besondere Note. Der Schweizer betreute Union von Sommer 2018 bis November 2023, führte den Club erstmals in die Bundesliga und qualifizierte ihn zudem für alle drei Europapokal-Wettbewerbe.
Robin Zentner feiert Comeback im Mainzer Tor
Beim FSV stand erstmals seit dem 27. November wieder Robin Zentner zwischen den Pfosten. Nach monatelanger Pause wegen einer Adduktorenverletzung gab der Keeper nach fast einem halben Jahr rechtzeitig zum letzten Heimspiel der Saison sein Comeback.
Er ersetzte Daniel Batz, der vor dem Anpfiff verabschiedet wurde. Der 35-Jährige hatte sich laut Vereinsangaben gegen eine Vertragsverlängerung entschieden. Die Fans verabschiedeten ihn mit lauten Sprechchören. Auch Armindo Sieb, Maxim Leitsch und Niklas Tauer wurden verabschiedet, ihre Verträge laufen im Sommer dem Vernehmen nach aus.
Zentner zunächst stark, später unglücklich
Zentner war früh im Mittelpunkt, als er einen Kopfball von Ilic mit einem starken Reflex entschärfte. Wenig später musste Mainzer Verteidiger Danny da Costa angeschlagen ausgewechselt werden (16.). Danach sorgte die Protestaktion der Union-Fans für die längere Unterbrechung.
Trotzdem blieb Union die aktivere Mannschaft. Kurz vor der Pause fiel dann die Führung: Ilic traf nach einer Flanke von Aljoscha Kemlein per Kopf. Zentner machte dabei keine gute Figur und griff am Ball vorbei. Mainz blieb offensiv über weite Strecken der ersten Hälfte harmlos.
Becker gleicht aus, Union schlägt spät zu
Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Gastgeber verbessert. Becker vollendete eine präzise Hereingabe von Paul Nebel zum 1:1. In der 57. Minute schien Mainz die Partie sogar gedreht zu haben, doch der sehenswerte Treffer von Phillip Tietz wurde nach Überprüfung wegen einer Abseitsstellung aberkannt.
In der Folge suchten beide Mannschaften die Entscheidung, lange ohne Erfolg. Erst in den letzten Minuten setzte Union die entscheidenden Nadelstiche: Burke traf kurz vor Schluss, Juranovic legte in der Nachspielzeit nach und besiegelte den Berliner Auswärtssieg.
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Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion