Weniger Badetote in Bayern als im Vorjahr
In Bayern sind seit Jahresbeginn bis zum 15. September weniger Menschen beim Baden ums Leben gekommen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) starben 61 Menschen, im Vorjahr waren es noch 73. Damit verzeichnete Bayern dennoch die höchste Zahl an Ertrunkenen unter allen Bundesländern.
Deutschlandweit zählte die DLRG 320 Todesfälle durch Ertrinken und damit acht weniger als im Vorjahr. In der eigentlichen Badesaison von Anfang Mai bis zum Ende der Sommerferien lag die Zahl mit 248 Todesfällen jedoch um zwölf über dem Wert von 2025.
Seen und Flüsse besonders gefährlich
Die meisten tödlichen Unglücke ereigneten sich in Bayern in Seen und Flüssen. In Seen kamen 31 Menschen ums Leben, in Flüssen 18. Weitere fünf Todesfälle wurden aus Schwimmbädern gemeldet. Besonders viele Unglücke passierten im Juni mit 22 Fällen und im Juli mit 13.
Auch bundesweit war der Juni der tragischste Monat des Jahres. Die Hitzewelle lockte viele Menschen ans Wasser, mindestens 101 Menschen ertranken in diesem Monat. Nur im Juni 2003 lag die Zahl noch höher. Betrachtet man allein den Zeitraum von Mai bis August, entfielen 43 Prozent aller tödlichen Badeunfälle auf den Juni. DLRG-Präsidentin Ute Vogt sprach von einem Höchstwert.
Vor allem Männer betroffen
Von den 61 Badetoten in Bayern waren 57 männlich. Besonders häufig betroffen waren junge Männer: 17 der Opfer waren zwischen 21 und 30 Jahre alt. Nach Einschätzung der DLRG gehen Jugendliche und junge Männer oft unnötige Risiken ein. Leichtsinn, Selbstüberschätzung und unzureichende Schwimmfähigkeiten spielten dabei eine wichtige Rolle.
Darüber hinaus starben 13 Menschen im Alter zwischen 71 und 80 Jahren. Drei Opfer waren Kinder im Alter von einem bis zehn Jahren.
Vorsicht bei Hitze und kaltem Wasser
Bei älteren Menschen können laut Wasserwacht vor allem Herz-Kreislauf-Probleme zu Badeunfällen führen. Kaltes Wasser kann den Kreislauf stark belasten. Deshalb wird empfohlen, langsam ins Wasser zu gehen und einen überhitzten Körper nicht abrupt abzukühlen.
Nicht allein in offene Gewässer
Als besonders riskant gelten aus Sicht der DLRG unbewachte Gewässer. Dazu gehören etwa Baggerseen und Kiesgruben, Seen mit steil abfallenden Ufern, kalten Tiefenzonen oder schlechter Sicht sowie Flüsse mit Strömung, Wehren und Schiffsverkehr. Aber auch ruhig wirkende Gewässer sollten nicht unterschätzt werden. Die Wasserwacht rät deshalb, niemals allein schwimmen zu gehen und in offenen Gewässern eine Schwimmboje mitzunehmen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber