Bayern

Warum bedrohte Brachvögel doch noch Hoffnung haben

Plötzlich mehr Brachvogel-Nachwuchs als seit Jahren: Was im Altmühltal und Donaumoos jetzt Hoffnung macht

27.07.2026, 12:48 Uhr

Naturschützer verzeichnen in diesem Jahr deutlich mehr Nachwuchs bei den stark gefährdeten Brachvögeln. Nach Angaben des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz (LBV) in Hilpoltstein konnten Brutpaare im Altmühltal und im Donaumoos bislang 51 Jungvögel erfolgreich aufziehen. In den drei Jahren davor waren in diesen beiden Regionen jeweils insgesamt weniger als 20 junge Brachvögel flügge geworden.

„Diese Entwicklung belegt, dass ein konsequenter Schutz von Wiesenbrütern Erfolg haben kann“, erklärte Verena Rupprecht, Leiterin des entsprechenden Fachbereichs beim LBV. Sollten ähnliche Bruterfolge über mehrere Jahre gelingen, gebe es erstmals eine realistische Möglichkeit, den anhaltenden Rückgang der Art zu stoppen und vielleicht sogar umzukehren. Besonders bemerkenswert sei das Ergebnis, weil die diesjährige Brutzeit von extremer Trockenheit begleitet wurde.

Straßenbau und Gewerbeflächen setzen den Lebensräumen zu

Wie das Bayerische Landesamt für Umwelt mitteilt, leidet der Brachvogel vor allem unter der intensiveren Nutzung von Wiesen. Häufiges Mähen, Düngung sowie die Entwässerung von Feuchtwiesen – etwa zur Umwandlung in Ackerflächen – gefährden die Brutplätze der Vögel erheblich.

Hinzu kommen Eingriffe durch Infrastrukturprojekte. Viele Lebensräume der Wiesenbrüter stehen demnach auch durch neue Straßen oder Gewerbegebiete unter Druck. Nach Angaben der Behörde ist der Bestand des Brachvogels in Bayern zwischen 1980 und 2015 um rund 54 Prozent zurückgegangen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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