Bayern

Verband warnt: Wohnungsmarkt bleibt Wohnfalle

Wohnungsnot in Bayern spitzt sich zu: Jetzt legen Wohnungsunternehmen einen Plan vor, der den Bau endlich ankurbeln soll.

05.05.2026, 13:57 Uhr

Ohne grundlegende politische Entscheidungen wird die Krise auf dem bayerischen Wohnungsmarkt nach Einschätzung der Wohnungsunternehmen noch lange anhalten. Der Verband geht inzwischen von einem Fehlbestand von rund 200.000 Wohnungen im Freistaat aus. Verbandschef Hans Maier sagte bei der Jahrespressekonferenz, in vielen Regionen Bayerns funktioniere der Markt praktisch nicht mehr.

Im vergangenen Jahr sank die Zahl der fertiggestellten Wohnungen in Bayern um fast 14 Prozent auf 47.359. Auch für 2026 und 2027 erwartet der Verband keine Trendwende. Maier betonte, dass alle drei Bereiche des Wohnungsbaus wieder stärker laufen müssten: der geförderte Mietwohnungsbau, der private Mietwohnungsbau und der Bau von Eigentumswohnungen.

Im Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW) sind vor allem sozial ausgerichtete Genossenschaften und kommunale Wohnungsfirmen organisiert.

Zuschüsse reichen nicht aus

Nach Angaben Maiers sind die staatlichen Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau so hoch wie noch nie. Dennoch bleibe die Wirkung begrenzt, weil hohe Baustandards und stark gestiegene Baukosten das Bauen erschweren. Sein Fazit: Noch nie habe es so viele Mittel gegeben, gleichzeitig würden aber immer weniger Wohnungen entstehen.

Auch private Firmen und Investoren hielten sich zurück, weil Bauprojekte wirtschaftlich oft nicht mehr darstellbar seien. Sollte es nicht gelingen, privates Kapital wieder für den Wohnungsbau zu mobilisieren, drohe in den kommenden Jahren eine weitere Zuspitzung auf dem Markt, warnte Maier.

Weniger Anbieter und weniger Neubauten bedeuteten aus seiner Sicht vor allem eines: sinkende Mieten seien nicht zu erwarten, stattdessen würden die Preise weiter steigen.

Der Verband fordert deshalb vor allem niedrigere Baustandards, weniger Bürokratie und stärkere Investitionsanreize für private Unternehmen. Nur mit mutigen politischen Entscheidungen lasse sich der Wohnungsbau wieder ankurbeln, sagte Maier. Gerade auf Bundesebene vermisse der Verband derzeit jedoch die nötigen Weichenstellungen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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