Rainer-Malkowski-Preis geht an Dorothea Grünzweig
Die Schriftstellerin Dorothea Grünzweig wird in diesem Jahr mit dem Rainer-Malkowski-Preis ausgezeichnet. Der Preis ist mit 30.000 Euro verbunden. Nach Angaben der Bayerischen Akademie der Schönen Künste würdigt die Jury damit ein lyrisches Werk, das sich durch eine unverwechselbare sprachschöpferische Fantasie und große emotionale Kraft auszeichne. Besonders hervorgehoben wurde die Verbindung aus der spirituellen Tradition des schwäbischen Pietismus, finnischen Sprach- und Kultureinflüssen sowie einer eindringlichen, bildstarken Gegenwartsbezogenheit. Die Verleihung ist für den 18. November in München vorgesehen.
Jury betont ihre einfühlsame poetische Sprache
In der Begründung heißt es weiter, Grünzweig habe eine poetische Sprache entwickelt, die Mitgefühl für das Leid von Menschen ebenso wie für Tiere und Pflanzen ausdrücke. Als eine Stimme außerhalb gewohnter Perspektiven bereichere sie die deutschsprachige Gegenwartslyrik auf markante und eindringliche Weise.
Dorothea Grünzweig wurde 1952 nahe Stuttgart geboren. Sie studierte Germanistik und Anglistik in Tübingen und in Wales. Seit 1989 lebt sie in Finnland, wo sie als freie Autorin und Übersetzerin von Lyrik arbeitet.
Malkowski-Stipendium für Christoph Wenzel
Zeitgleich erhält der Lyriker Christoph Wenzel das Malkowski-Stipendium, das mit 5.000 Euro dotiert ist. Wenzel wurde 1979 in Hamm geboren, studierte Germanistik und Anglistik an der RWTH Aachen und promovierte dort auch. Heute lebt und arbeitet er in Aachen als Autor, Herausgeber, Redakteur und Universitätsmitarbeiter. Seine Gedichte und Essays erschienen in zahlreichen Zeitschriften, Anthologien sowie bislang in fünf eigenständigen Veröffentlichungen. Für seine Lyrik wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet.
Der Rainer-Malkowski-Preis zählt laut Akademie zu den am höchsten dotierten Literaturpreisen in Deutschland. Er geht auf die 2005 gegründete Rainer-Malkowski-Stiftung zur Förderung deutschsprachiger Literatur zurück. Im vergangenen Jahr wurde Wilhelm Bartsch mit dem Preis geehrt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber