Bayern

Schon wieder Sticker am Zugspitz-Kreuz: Wer steckt dahinter?

Kaum frisch vergoldet, schon wieder beklebt: Auf der Zugspitze wurden Sticker-Sünder am teuer restaurierten Gipfelkreuz ertappt.

27.08.2026, 13:37 Uhr

Sticker auf frisch restauriertem Zugspitzkreuz: Verursacher melden sich nach Instagram-Aufruf

Auf dem erst kürzlich aufwendig restaurierten und neu vergoldeten Gipfelkreuz der Zugspitze sind erneut Sticker angebracht worden. Die Bayerische Zugspitzbahn sprach deshalb von Sachbeschädigung und veröffentlichte auf Instagram ein Foto, das zwei Männer bei der mutmaßlichen Aktion zeigen soll.

Täter melden sich einen Tag später

Nur einen Tag nach dem öffentlichen Aufruf haben sich die Verantwortlichen nach Angaben der Zugspitzbahn telefonisch gemeldet. Das bestätigte Sprecherin Laura Schaper. Die Bahn zeigte sich erleichtert: Nun soll gemeinsam geklärt werden, wie die Aufkleber entfernt werden können. Eine Anzeige will das Unternehmen deshalb nicht erstatten.

Zuvor hatte die Zugspitzbahn die Männer aufgefordert, sich bis zum 31. August zu melden. Andernfalls sollten die vorhandenen Beweisbilder weitergegeben und rechtliche Schritte eingeleitet werden.

„Oida, euer Ernst?!“

In dem deutlich formulierten Instagram-Beitrag machte die Bahn klar, dass das Bekleben des Gipfelkreuzes kein harmloser Scherz sei. Wörtlich sprach das Unternehmen von Sachbeschädigung und einer Straftat. Überschrieben war der Post mit den Worten: „Oida, euer Ernst?!“

Auf dem veröffentlichten Bild ist ein Mann zu sehen, der offenbar Aufkleber anbringt, während ein zweiter ein Handy in der Hand hält und die Szene mutmaßlich filmt oder fotografiert.

Auch Sicherheitsschilder betroffen

Nach Angaben der Bahn betrifft das Problem nicht nur das Gipfelkreuz. Entlang der Aufstiegsrouten zur Zugspitze seien auch Warnschilder beklebt worden. So sei unter anderem die Telefonnummer überklebt worden, unter der wichtige Informationen zu Schneefeldsprengungen abrufbar sind.

Besonders ärgerlich aus Sicht der Bahn: Das betroffene Schild sei erst vor wenigen Monaten mühsam wieder freigekratzt worden. Das Unternehmen mahnt, dass es dabei um die Sicherheit der Bergsteiger gehe.

Eigenes Kreuz für Sticker-Fans

Wer unbedingt Aufkleber hinterlassen wolle, solle dafür das eigens aufgestellte Indoor-Gipfelkreuz an der Bergstation nutzen. Die kleinere Nachbildung des Originals dient als Fotopunkt und zugleich als erlaubte Fläche für Sticker.

Nach Angaben von Sprecherin Schaper habe dieses Konzept bislang gut funktioniert, das Originalkreuz sei dadurch zunächst verschont geblieben. Weil nun aber erneut Sticker am echten Gipfelkreuz aufgetaucht seien, habe die Bahn bewusst ein deutliches Signal setzen wollen.

Aufwendige Restaurierung erst vor Kurzem abgeschlossen

Erst zum Start der vergangenen Skisaison war das echte Gipfelkreuz von einer dicken, dreilagigen Schicht aus Aufklebern befreit worden. Für die Arbeiten wurde das 4,88 Meter hohe und rund 300 Kilogramm schwere Kreuz per Helikopter ins Tal geflogen und in die Werkstatt der Kunstschmiedin Andrea Würzinger nach Eschenlohe gebracht.

Rund 900 Blattgoldstücke verwendet

Zwei Wochen lang arbeitete die Kunstschmiedin daran, die Rückstände zu entfernen und das Kreuz neu zu vergolden. Dafür wurden etwa 900 Blattgoldstücke in der Größe von acht mal acht Zentimetern benötigt.

Allein die Restaurierung kostete nach Angaben der Zugspitzbahn einen niedrigen fünfstelligen Eurobetrag – die aufwendigen Transportkosten noch nicht eingerechnet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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