Am 7. Juli soll vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth ein Prozess gegen einen Mann aus Mittelfranken beginnen. Hintergrund ist der Vorwurf, dass er den schweren sexuellen Missbrauch eines Mädchens auf den Philippinen über mehrere Jahre hinweg per Livestream verfolgt und teils auch gesteuert haben soll. Nach Angaben des Gerichts, das dies auf Anfrage der dpa bestätigte, war das Kind zur Tatzeit zwischen acht und elf Jahre alt.
Die Zentralstelle Cybercrime Bayern bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg hat Anklage gegen den 53-Jährigen erhoben. Ihm wird vorgeworfen, von Deutschland aus die Mutter des Kindes beauftragt zu haben, die Taten gegen Bezahlung auszuführen. Zudem soll er die Übergriffe online mitverfolgt und teilweise Anweisungen dazu gegeben haben.
Internationales Phänomen des Live-Streamings
Die Ermittler ordnen den Fall dem internationalen Kriminalitätsbereich des sogenannten "Live-Streamings" zu. Dabei werden Missbrauchstaten an Minderjährigen im Ausland gegen Geld live ins Internet übertragen. Nach Angaben der Behörde geschehen solche Taten häufig in wirtschaftlich benachteiligten Ländern, während die Auftraggeber oder Zuschauer oft aus westlichen Staaten stammen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion