Löscharbeiten am Saurüsselkopf dauern wohl noch bis in die kommende Woche
Der Einsatz nach dem Waldbrand am Saurüsselkopf bei Ruhpolding wird voraussichtlich noch bis in die kommende Woche andauern. Zwar ist das offene Feuer seit Donnerstag gelöscht, doch die Nachlöscharbeiten bleiben wegen zahlreicher Glutnester schwierig. Nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbands Traunstein erschwert zudem das trockene, warme und windige Wetter am Wochenende die Lage, weil einzelne Brandstellen wieder aufflammen könnten.
Die Einsatzplanung reicht derzeit bis in die nächste Woche. Wie es konkret weitergeht, wird jedoch weiterhin von Tag zu Tag neu entschieden. Seit dem Morgen sind rund 340 Kräfte vor Ort. Beim Aufspüren und Bekämpfen der Glutnester kommen Hubschrauber, Drohnen und Bodentrupps zum Einsatz.
Viele Glutnester machen den Einsatz mühsam
Nach Angaben der Feuerwehr müssen zahlreiche Glutnester einzeln gefunden und nacheinander gelöscht werden. Hinzu kommt, dass sich der Einsatz in steilem Bergwald abspielt. Deshalb arbeiten dort Gebirgsspezialisten mit entsprechender Sicherungstechnik. Das macht die Löscharbeiten aufwendig und zeitintensiv.
Löschen im unwegsamen Gelände ist oft reine Handarbeit
Im schwer zugänglichen Gebiet ist das Ablöschen vieler Stellen laut Kreisfeuerwehrverband nur in Handarbeit möglich. Der Waldboden wird mit Werkzeugen Schicht für Schicht geöffnet, um versteckte Glut freizulegen. Dort, wo keine Schlauchleitungen hinreichen, setzen die Kräfte kleine Strahlrohre oder Löschrucksäcke mit 20 Litern Wasser ein.
Auch Wärmebildkameras werden inzwischen häufig per Hand geführt. Der Grund: Drohnen können Glutnester unter dichtem Laub und Blätterdach nur eingeschränkt erkennen.
Anwohner sollen auf Rauchgeruch achten
Schon bei wenig Wind können sich verbliebene Glutstellen erneut entzünden und wieder Rauch oder Flammen verursachen. Das Landratsamt Traunstein rät deshalb dazu, bei entsprechendem Rauchgeruch Fenster und Türen geschlossen zu halten, Lüftungs- und Klimaanlagen möglichst abzuschalten und Aufenthalte im Freien vorsorglich zu reduzieren. Besonders Menschen mit Atemwegserkrankungen sollten aufmerksam sein.
Einer der größten Waldbrände der vergangenen Jahrzehnte
Nach mehreren Tagen im Kampf gegen die Flammen war es den Einsatzkräften am Donnerstag gelungen, den offenen Brand zu löschen. Zeitweise waren fast 300 Helferinnen und Helfer im Einsatz. Entdeckt worden war das Feuer am Sonntagabend.
Nach Einschätzung von Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) handelt es sich um einen der größten Waldbrände, die Bayern in den vergangenen Jahrzehnten erlebt hat. Die Ursache des Feuers ist weiterhin unklar.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion