Bayern

Ruhpolding: Warum die Glutnester nicht aufgeben

Das Feuer ist aus – doch unter dem Berg lauert neue Gefahr. Warum der Einsatz jetzt noch Tage dauern könnte.

10.05.2026, 15:56 Uhr

Nach Waldbrand bei Ruhpolding dauern Nachlöscharbeiten an

Nach dem Waldbrand am Saurüsselkopf bei Ruhpolding sind die Einsatzkräfte weiterhin mit dem Aufspüren und Löschen von Glutnestern beschäftigt. Nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbands Traunstein dürfte der Einsatz noch mehrere Tage andauern. Zwar waren die offenen Flammen bereits am Donnerstag gelöscht worden, doch warmes, trockenes und windiges Wetter begünstigt, dass sich teils versteckte und auch unterirdische Glutstellen wieder entzünden.

Am Samstagabend kam es im Bergwald wegen Wind und Trockenheit erneut zu Rauch- und Glutentwicklung. Diese Brandherde konnten mit Hilfe eines Hubschraubers gelöscht werden. In der Nacht zum Sonntag waren anschließend nur noch Kontrollen erforderlich. Seit Sonntagmorgen sind rund 330 Einsatzkräfte mit den Nachlöscharbeiten beschäftigt.

Arbeiten sind aufwendig und zeitintensiv

Um die Glutnester zu finden und unschädlich zu machen, kommen Hubschrauber, Drohnen und Bodentrupps zum Einsatz. Feuerwehr, Bergwacht und Polizei arbeiten dabei eng zusammen. Viele der Helferinnen und Helfer stammen aus der Region und engagieren sich ehrenamtlich.

Besonders schwierig ist die Lage, weil zahlreiche Glutnester einzeln nacheinander gelöscht werden müssen. Im steilen Bergwald können viele Bereiche nur mit gesicherten Gebirgsspezialisten bearbeitet werden. Das macht die Arbeiten mühsam und zieht den Einsatz deutlich in die Länge.

In dem schwer zugänglichen Gelände ist vielerorts reine Handarbeit nötig. Der Waldboden wird mit Werkzeug Schicht für Schicht geöffnet, um an verborgene Glut zu gelangen. Dort, wo keine Schlauchleitungen verlegt werden können, nutzen die Einsatzkräfte kleine Strahlrohre oder Löschrucksäcke mit 20 Litern Wasser.

Einer der größten Waldbrände der vergangenen Jahrzehnte

Erst am Donnerstag war es den Einsatzkräften nach mehreren Tagen gelungen, das offene Feuer vollständig zu löschen. Zeitweise waren fast 300 Kräfte an dem Großeinsatz beteiligt. Entdeckt worden war der Brand vor rund einer Woche.

Nach Einschätzung von Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) handelt es sich um einen der größten Waldbrände in Bayern seit Jahrzehnten. Die Ursache des Feuers ist weiterhin unklar.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen