Baden-Württemberg

Stuttgart 21 erst 2031? Ende Juni brisante Infos

Nächster Dämpfer für Stuttgart 21: Medien melden neue Verzögerungen. Was die Bahn jetzt dazu sagt.

08.06.2026, 17:03 Uhr

Stuttgart 21 wohl erst Ende 2031 komplett betriebsbereit

Das Bahnprojekt Stuttgart 21 dürfte nach übereinstimmenden Medienberichten später fertig werden als bislang angenommen. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete unter Berufung auf das Umfeld projektkundiger Personen, die Eröffnung des neuen Durchgangsbahnhofs müsse auf Ende 2031 verschoben werden. Auch der SWR meldete unter Verweis auf Kreise der Projektpartner, dass eine vollständige Inbetriebnahme für Dezember 2031 vorgesehen sei.

Die Deutsche Bahn wollte die Berichte nicht kommentieren. Ein Sprecher erklärte, man äußere sich nicht zu solchen Spekulationen. Stattdessen werde die DB die Öffentlichkeit nach der Sitzung des Stuttgart-21-Lenkungskreises Ende Juni über das neue Inbetriebnahmekonzept informieren. Das Treffen ist für den 26. Juni angesetzt.

Nach Berichten von FAZ, „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ könnten Fahrgäste in Stuttgart aber bereits ab Ende 2027 beziehungsweise ab Dezember 2027 erste Entlastungen spüren. Demnach sollen die derzeit teils langen Umwege zu den Bahnsteigen dann verkürzt werden.

Teileröffnung schon im Herbst verworfen

Das Großprojekt sorgt seit Jahren immer wieder wegen Verzögerungen für Schlagzeilen. Die zuletzt für Ende 2026 vorgesehene Teileröffnung des Tiefbahnhofs war bereits im November abgesagt worden. Als Grund nannte Bahnchefin Evelyn Palla Schwierigkeiten bei der Digitalisierung des Bahnknotens. Einen neuen Starttermin gab es damals zunächst nicht. Stattdessen kündigte Palla eine umfassende Überprüfung an, an deren Ende ein neues Datum genannt werden sollte.

An Stuttgart 21 wird bereits seit 2010 gebaut. Bei Abschluss der Finanzierungsvereinbarung im Jahr 2009 war noch eine Eröffnung 2019 erwartet worden. Das Projekt steht nicht nur für den Neubau des Hauptbahnhofs, sondern für die umfassende Neuordnung des Bahnknotens Stuttgart. Dazu gehören unter anderem neue Bahnhöfe – etwa ein neuer Fernbahnhof am Flughafen –, viele Kilometer neuer Schienenwege und Tunnel, außerdem Durchlässe und Brücken.

Digitalisierung des Bahnknotens bleibt Knackpunkt

Zum Bahnprojekt Stuttgart-Ulm zählt neben Stuttgart 21 auch die bereits 2022 eröffnete Schnellfahrstrecke Wendlingen–Ulm. Herzstück von Stuttgart 21 ist der neue unterirdische Hauptbahnhof, der den bisherigen Kopfbahnhof durch einen Durchgangsbahnhof ersetzen soll.

Zugleich wird der Bahnknoten Stuttgart als erster in Deutschland vollständig digitalisiert. Fern-, Regional- und S-Bahnen sollen dort ausschließlich mit dem digitalen Zugsicherungssystem ETCS unterwegs sein. Klassische Lichtsignale sind in dem Knoten nicht mehr vorgesehen. Genau diese technische Umstellung gilt jedoch als besonders kompliziert und war mit ein Grund für die erneute Verschiebung.

Auch die Kosten sind im Laufe der Jahre deutlich gestiegen. In der Finanzierungsvereinbarung von 2009 ist lediglich die Verteilung von Kosten bis zu gut 4,5 Milliarden Euro geregelt. Zuletzt bezifferte die Bahn die Gesamtkosten auf rund 11,3 Milliarden Euro. Die Mehrkosten muss die Bahn nach einem Gerichtsurteil alleine tragen.

Quelle: dpa/bearbeitet

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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