Bayern

Raser außer Kontrolle – Schockzahlen von den Landstraßen

Bayerns Landstraßen im Kontrollfokus: In nur einem Monat fast 32.000 Verstöße – warum ausgerechnet Raser so oft tödlich enden.

05.07.2026, 04:00 Uhr

Bei gezielten Kontrollen auf Bayerns Landstraßen hat die Polizei im Juni rund 32.000 Verstöße registriert. Wie das Innenministerium mitteilte, wurden 747 Strafanzeigen, 15.797 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten sowie 15.325 Verwarnungen ausgesprochen. Der mit Abstand größte Teil entfiel auf Geschwindigkeitsüberschreitungen: Fast 26.000 Fälle betrafen zu hohes Tempo.

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erklärte, dass erneut vor allem Raser das größte Risiko dargestellt hätten. Als besonders gravierenden Fall nannte er einen Motorradfahrer in Mittelfranken, der auf der B 470 mit 170 km/h unterwegs gewesen sei – erlaubt waren dort lediglich 70 km/h. Weitere festgestellte Verstöße betrafen unter anderem nicht angelegte Gurte und unerlaubte Überholmanöver.

Mehr als 300 Todesopfer auf Landstraßen binnen eines Jahres

Außerhalb geschlossener Ortschaften ereigneten sich im vergangenen Jahr in Bayern knapp 114.000 Unfälle. Das waren 3,2 Prozent mehr als im Jahr davor. 313 Menschen verloren dabei 2025 auf Landstraßen ihr Leben. Damit entfallen laut Ministerium rund 60 Prozent aller tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmer auf diesen Straßen.

Als häufigste Ursache nennt das Ministerium weiterhin nicht angepasste Geschwindigkeit. Herrmann betonte deshalb, dass die Arbeit für mehr Verkehrssicherheit auf Landstraßen mit Nachdruck fortgesetzt werden müsse.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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