Nach der Manipulation bei der Kommunalwahl im März hat Wülfershausen an der Saale nun wieder eine Bürgermeisterin. Die Bankbetriebswirtin Ruth Markert von der Freien Wählergemeinschaft Wülfershausen/Eichenhausen erhielt bei der Neuwahl nach vorläufigem Ergebnis 87 Prozent der Stimmen und damit die absolute Mehrheit. Das teilte die Verwaltungsgemeinschaft Saal an der Saale online mit. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,5 Prozent.
Neuwahl nach Fall von Wahlfälschung
Hintergrund der erneuten Abstimmung ist ein Fall von Wahlfälschung. Der frühere Erste Bürgermeister hatte eingeräumt, vor der Kommunalwahl im März Unterlagen manipuliert zu haben. Der damalige CSU-Politiker legte daraufhin sein Amt nieder und verließ die Partei. Deshalb waren die knapp 1.300 Wahlberechtigten in der Gemeinde im Landkreis Rhön-Grabfeld erneut zur Wahl aufgerufen.
Auch Kreistag und Gemeinderat betroffen
Da der 69-Jährige außerdem Stimmzettel für die Kreistags- und Gemeinderatswahl verändert haben soll, wurden am Sonntag auch diese Wahlen in Teilen nachgeholt. Bei der Kreistagswahl betraf das ausschließlich die Briefwahl.
Prozess im November
Am 3. November muss sich Markerts Amtsvorgänger wegen Wahlfälschung vor dem Amtsgericht Bad Neustadt an der Saale verantworten. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm nach Angaben der Staatsanwaltschaft Schweinfurt bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe. Zu den Vorwürfen wollte sich der 69-Jährige laut dpa nicht äußern. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber