Bayern

Nächste Gasbohrung in Reichling droht

Unter Reichling schlummern womöglich riesige Gasreserven – jetzt könnte schon bald die nächste Bohrung am Ammersee starten.

07.05.2026, 14:29 Uhr

Mögliche zweite Gasbohrung nahe Reichling geplant

In der Gemeinde Reichling am Ammersee könnte es neben der bereits laufenden Erdgaserkundung bald einen weiteren Bohrstandort geben. Darauf weist Greenpeace unter Verweis auf Unterlagen des Bergamts Südbayern hin. Auch der Deutschen Presse-Agentur liegen entsprechende Dokumentenauszüge vor. Demnach ist vorgesehen, auf bislang landwirtschaftlich genutztem Grünland rund 700 Meter östlich von Gimmenhausen nach Erdgas zu suchen.

Greenpeace kritisiert Ausweitung der Pläne

Nach Ansicht von Greenpeace droht damit eine deutliche Ausweitung der Gasförderung in der Region. Saskia Reinbeck von der Umweltschutzorganisation warnte, die beteiligten Unternehmen um den kanadischen Investor MCF Energy wollten die Erdgasnutzung im gesamten Gebiet vorantreiben. Das Lechrain-Gebiet dürfe nicht zu einem „bayerischen Texas“ werden.

Genexco erneut beteiligt

Hinter dem neuen Vorhaben steht erneut die Firma Genexco. Das Unternehmen ist bereits an der Betreibergesellschaft des laufenden Projekts Kinsau 1A in Reichling beteiligt. Für den geplanten Standort wurde nach den Unterlagen bereits ein Vertrag zur Nutzung des Grundstücks abgeschlossen.

Das Bergamt Südbayern kam am 29. April zu dem Ergebnis, dass für den Bau des Bohrplatzes und die geplante Bohrung keine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich ist. Damit kann das Unternehmen nun einen Hauptbetriebsplan ausarbeiten und zur Genehmigung vorlegen.

Bohrtiefe von rund 3.300 Metern vorgesehen

Geplant ist eine Bohrung bis in etwa 3.300 Meter Tiefe. Der Bohrplatz selbst soll eine Fläche von rund 10.000 Quadratmetern umfassen. Laut Unterlagen liegt ein Teil des Areals in einem wassersensiblen Bereich und zudem im Einzugsgebiet der tiefen Wasserversorgung der Gemeinde Maisach.

Kritik wegen möglicher Folgen für das Trinkwasser

Schon die laufende Erdgassuche in Reichling stößt bei Anwohnerinnen und Anwohnern auf erheblichen Widerstand. Von Beginn an gab es Sorgen, dass die Trinkwasserversorgung beeinträchtigt werden könnte. Zwischenzeitliche Messungen im Umfeld der bestehenden Bohrstelle ergaben einen deutlichen Anstieg der Werte für Zink, Barium und BTEX. Teilweise wurden dabei die sogenannten Geringfügigkeitsschwellenwerte überschritten.

Wirtschaftlichkeit des laufenden Projekts wird noch geprüft

Verantwortlich für die Förderpläne ist die Energieprojekt Lech Kinsau 1 GmbH. Die Probebohrung wurde im September 2025 abgeschlossen. Derzeit wird untersucht, ob sich das Projekt wirtschaftlich lohnt. Bislang war eine mögliche Förderung über einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren ins Auge gefasst worden. Geschätzt werden Vorkommen von etwa 400 bis 500 Millionen Kubikmetern Gas.

Forderung nach erneuerbaren Energien

Greenpeace sieht in weiteren Erdgasbohrungen ein falsches Signal. Reinbeck erklärte, neue Förderprojekte würden Deutschland langfristig an fossile Energieträger binden und den Weg zu mehr Unabhängigkeit, Sicherheit und Souveränität erschweren. Stattdessen müsse das Land möglichst rasch den Ausstieg aus Erdgas vorantreiben und stärker auf Energie aus Sonne, Wind und Geothermie setzen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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