Kritik an Zugstreichungen auf der Strecke München–Mühldorf
17 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus Oberbayern haben die jüngsten Einschränkungen auf der Bahnlinie zwischen München und Mühldorf deutlich beanstandet. In einem offenen Brief fordern sie die Deutsche Bahn auf, den seit Beginn des Schuljahres geltenden Fahrplan rasch zu überarbeiten. Nach ihrer Darstellung fallen für viele Fahrgäste wichtige Verbindungen weg – gerade dann, wenn sie zur Arbeit, in die Ausbildung oder zu Terminen unterwegs sind.
Die Deutsche Bahn hatte angekündigt, ab dem 14. September einen neuen Fahrplan einzuführen, der auf der Strecke für mehr Pünktlichkeit und Stabilität sorgen soll. Hintergrund sind mehrere Langsamfahrstellen infolge beschädigter Gleise. Deshalb wurde für die Südostbayernbahn ein Fahrplan mit längeren Fahrzeiten erstellt.
Nach Angaben der Bahn soll so ein verlässlicherer Betrieb ermöglicht werden. Gleichzeitig entfallen jedoch insbesondere morgens und am Nachmittag während der Hauptverkehrszeiten einzelne Züge. Um die Ursachen zu beseitigen, sind bis Jahresende umfangreichere Bauarbeiten auf der Strecke vorgesehen.
Unmut wegen Einschnitten im Berufsverkehr
Die Kommunalchefs entlang der Strecke erklären, dass längere Fahrzeiten für viele Menschen noch hinnehmbar seien. Dass aber ausgerechnet stark genutzte Verbindungen im Berufsverkehr gestrichen werden, sei nicht akzeptabel. Als Beispiel nennen sie einen bisher stark genutzten Pendlerzug ab Dorfen um 7.11 Uhr, mit dem Berufstätige rechtzeitig gegen 8.00 Uhr in München ankamen. Jetzt müssten Betroffene bereits um 6.13 Uhr losfahren und seien damit deutlich zu früh am Ziel.
Aus Sicht der Bürgermeister ist die Geduld vieler Bahnkundinnen und -kunden inzwischen erschöpft. Sie verlangen, dass die gestrichenen Verbindungen am Morgen und am Nachmittag schnell wieder angeboten werden. Außerdem kritisieren sie, dass manche Züge nur noch als Express verkehren und dadurch nicht mehr an allen Stationen halten.
Die Deutsche Bahn verweist darauf, dass es sich bei diesen Verbindungen um besonders stark nachgefragte Expresszüge handle. Diese seien bereits im früheren Fahrplan immer wieder ausgefallen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber