Bayern

Müll-Skandal nach Tschechien: Jetzt beginnt der Prozess

Müll-Skandal nach Protesten: Bayern holt 300 Tonnen zurück – jetzt stehen Vorwürfe von Gewinnsucht und Delikten im Raum.

05.06.2026, 18:19 Uhr

Prozess um mutmaßlich illegale Mülltransporte startet in Weiden

Das Landgericht Weiden in der Oberpfalz befasst sich in den kommenden Monaten mit zahlreichen mutmaßlich rechtswidrigen Abfallexporten ins Ausland. Am Donnerstag, 11. Juni, beginnt ein Strafverfahren gegen den Leiter eines Entsorgungsunternehmens und einen tschechischen Beschäftigten. Nach Angaben der Anklage sollen seit 2024 wiederholt Abfälle über die Firma nach Tschechien und Polen gebracht worden sein, darunter auch Material, das teilweise als gefährlich eingestuft wurde.

Vorwurf: planmäßiges Vorgehen aus Profitinteresse

Laut Staatsanwaltschaft war der 43-jährige Hauptangeklagte Geschäftsführer des Unternehmens mit Sitz in Weiden sowie eines weiteren Standorts im Landkreis Schwandorf. Dem 57-jährigen Mitangeklagten wird vorgeworfen, für eine tschechische Niederlassung gearbeitet und die Transporte organisiert zu haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass beide dauerhaft und aus finanziellen Motiven gehandelt haben.

Insgesamt legt die Anklage den Männern 41 gemeinsame Fälle von Abfallverbringungen nach Tschechien zur Last. In zwei Fällen soll es sich um gefährlichen Müll gehandelt haben.

Weitere Anschuldigungen gegen den Firmenchef

Gegen den 43-Jährigen stehen zudem weitere Vorwürfe im Raum, darunter Urkundenfälschung und gefährliche Körperverletzung. Diese sollen unter anderem mit einer Batterie-Recyclinganlage zusammenhängen, die laut Anklage undicht gewesen sein soll. Trotz der Mängel habe der Mann den Betrieb nicht gestoppt und damit billigend in Kauf genommen, dass Beschäftigte gesundheitsschädliche Stoffe einatmeten.

Illegale Müllexporte
Die bayerischen Behörden mussten an die 300 Tonnen Müll aus Tschechien zurückholen lassen. (Archivlbild) Quelle: Pryèek Vladimír/CTK/dpa

Bayern ließ Abfälle aus Tschechien zurückholen

Nach Protesten in Tschechien veranlassten die bayerischen Behörden inzwischen die Rückführung von rund 300 Tonnen Müll aus dem Nachbarland. Darunter befanden sich unter anderem glas- und carbonfaserverstärkte Kunststoffe sowie Bestandteile von Lithium-Ionen-Batterien.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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