Bayern

Mathe-Leak an Schule: Dieser Test zählt nicht

Mathe-Test geplatzt! Tausende Bayerns Zehntklässler jubeln: Wegen eines Schul-Lecks zählt die Prüfung nicht – schon wieder.

01.10.2026, 15:12 Uhr

Wegen einer vorzeitigen Veröffentlichung der Aufgaben wird der zentrale Mathematik-Jahrgangsstufentest für die 10. Klassen an bayerischen Gymnasien in diesem Jahr nicht benotet. Das bayerische Kultusministerium teilte mit, dass die Aufgaben des für Donnerstag vorgesehenen Tests durch ein Versehen an einer einzelnen Schule vorab bekannt geworden seien. Deshalb könne die Prüfung landesweit nicht regulär gewertet werden.

Das Ministerium begründete die Entscheidung damit, dass eine faire und gleiche Behandlung aller Schülerinnen und Schüler nicht mehr gewährleistet sei. Im Schuljahr 2026/27 sei es daher leider nicht möglich, den Jahrgangsstufentest zu benoten. Stattdessen wurde den Schulen empfohlen, die Unterlagen freiwillig als unbenotete interne Lernstandserhebung zu nutzen. Die Ergebnisse sollen dabei nicht an das Ministerium übermittelt werden, sondern den Schulen lediglich helfen, Schwerpunkte im Unterricht oder Förderbedarf einzelner Kinder und Jugendlicher zu erkennen.

Welche Schule für das Leck verantwortlich ist, weiß das Ministerium nach eigenen Angaben. Der Name werde jedoch nicht veröffentlicht. Es seien allerdings intensive Gespräche angekündigt worden.

Die sogenannten Jahrgangsstufentests finden an bayerischen Schulen zu Beginn des Schuljahres in mehreren Fächern und Jahrgangsstufen statt. Die Aufgaben werden zentral für ganz Bayern erstellt. Den Mathematik-Test für die 10. Klassen hätten in diesem Jahr rund 37.000 Schülerinnen und Schüler an 430 staatlichen sowie staatlich anerkannten Gymnasien schreiben sollen.

Bereits im Vorjahr gab es einen ähnlichen Fall

Es ist nicht das erste Mal, dass ein solcher Test wegen einer Panne an einer Schule gestoppt werden muss. Schon 2025 hatte es vor einem zentralen Englisch-Test einen vergleichbaren Vorfall gegeben. Nach Angaben des Ministeriums waren die Schulen damals noch einmal ausdrücklich auf die sichere Aufbewahrung und die notwendige Vertraulichkeit der Aufgaben hingewiesen worden. Umso bedauerlicher sei es, dass es nun erneut zu einem solchen Fall gekommen sei. Der Vorfall werde nun genau untersucht.

Bei vielen betroffenen Schülerinnen und Schülern dürfte die Nachricht von der Absage eher positiv aufgenommen worden sein. Da die Jahrgangsstufentests direkt nach den Ferien stattfinden, gelten sie vielerorts als wenig beliebt. Dazu kommt, dass die landesweiten Durchschnittsnoten im Mathe-Test für Zehntklässler an Gymnasien zuletzt eher schwach ausfielen: 3,8 im Jahr 2025, 3,5 im Jahr 2024 und 4,13 im Jahr 2023.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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