Regensburg trägt nun den Titel Staatstheater
Für das Theater Regensburg beginnt eine neue Phase: Das Haus ist ab sofort offiziell Staatstheater und damit das sechste seiner Art in Bayern. Besiegelt wurde der neue Status durch einen Kooperationsvertrag zwischen der Stadt Regensburg und dem Freistaat Bayern.
Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wertete die Entscheidung nicht nur als kulturpolitisches Signal für Ostbayern. Sie sei auch ein klares Bekenntnis zur Kunstfreiheit in einer demokratischen Gesellschaft. Zudem unterstreiche die Ernennung, dass künstlerische Spitzenleistungen nicht nur in München möglich seien.
Söder betonte, der Freistaat stehe auch in schwierigen Zeiten zur Kultur. Gerade in der Corona-Pandemie sei deutlich geworden, was fehle, wenn Kunst und Kultur wegbrechen. Wer bei Kultur spare, spare letztlich an der Demokratie, machte er deutlich. Mit einem Augenzwinkern sagte er zudem, der Finanzminister sei eigentlich der „natürliche Feind“ des Kunstministers.
Mehr Geld vom Freistaat geplant
Mit dem neuen Titel ist auch eine stärkere finanzielle Beteiligung des Landes verbunden. Organisatorisch bleibt das Theater zwar ein Kommunalunternehmen in Trägerschaft der Stadt Regensburg, soll aber auf absehbare Zeit je zur Hälfte von Stadt und Freistaat finanziert werden.
Kunstminister Markus Blume (CSU) erklärte, dass das Haus bereits jetzt mit mehr als 12 Millionen Euro jährlich aus Landesmitteln unterstützt werde. Im Geschäftsjahr 2024/2025 entspreche das einem Anteil von 42 Prozent. Ziel sei es, möglichst bald eine paritätische Finanzierung von jeweils 50 Prozent zu erreichen.
Zugleich versicherte Söder, dass das Theater trotz des neuen Status sein eigenes künstlerisches Profil behalten solle.
Innovativer Spielplan und internationale Auszeichnung
Unter der Leitung von Intendant Sebastian Ritschel steht das Theater Regensburg für einen modernen und innovativen Spielplan. Diese Ausrichtung wurde im Februar auch international gewürdigt: Das Haus erhielt den „Oper! Award“ als bestes Opernhaus des Jahres 2025.
Die Jury hob dabei insbesondere die Risikobereitschaft, die Offenheit für Neues und den konsequenten Glauben an die Vielfalt des Musiktheaters hervor. Gerade diese Mischung aus Mut und künstlerischer Treffsicherheit gilt als ein zentrales Merkmal des Regensburger Hauses.
Welche Staatstheater es in Bayern gibt
Bislang gab es in Bayern fünf Staatstheater, darunter drei in München. Dazu zählen:
- die Bayerische Staatsoper mit dem Bayerischen Staatsballett,
- das Bayerische Staatsschauspiel mit Residenztheater, Marstall und Cuvilliés-Theater,
- das Staatstheater am Gärtnerplatz,
- das Staatstheater Nürnberg,
- sowie das Staatstheater Augsburg.
Mit Regensburg kommt nun das sechste Haus hinzu. Als siebtes Staatstheater in Bayern ist künftig Würzburg vorgesehen.
Die Entwicklung der Staatstheater außerhalb Münchens reicht bereits einige Jahre zurück: Nürnberg wurde 2005 zum Staatstheater, Augsburg folgte 2018. Nun reiht sich auch Regensburg in diese Gruppe ein.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion