Bayern

Katholikentag: So endet das Glaubensfest

«Hab Mut, steh auf!»: Warum dieses Motto den Katholikentag in Würzburg plötzlich weit über die Kirche hinaus bewegt.

17.05.2026, 03:30 Uhr

Der 104. Deutsche Katholikentag ist am Sonntag mit einem großen Gottesdienst vor der Würzburger Residenz zu Ende gegangen. Vor dem Weltkulturerbe in der Innenstadt rief der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, die Menschen dazu auf, nicht zu zögern und Verantwortung zu übernehmen.

„Die Welt brennt. Aber sie ist nicht verloren. (…) Wartet nicht, zögert nicht, schaut hin, packt an, geht los, habt Mut, steht auf!“, sagte Wilmer.

Besonders verwies er auf die Lage im Sudan. Dort ereigne sich derzeit die größte humanitäre Katastrophe unserer Zeit, Millionen Menschen seien auf Hilfe angewiesen. „Wir dürfen die Menschen in Afrika nicht vergessen“, mahnte der Bischof.

Dank an Helfer und Besucher

Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, dankte allen Mitwirkenden und Besuchern. Sie würdigte, dass die Gäste den 104. Deutschen Katholikentag mit Leben gefüllt hätten. Nach Angaben des ZdK wurden insgesamt etwa 74.000 Menschen mit und ohne Ticket gezählt.

Auch Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, nahm an der Abschlussveranstaltung teil. Er rief dazu auf, Judenhass entschieden entgegenzutreten und im Alltag Zivilcourage zu zeigen. „Stehen Sie auf gegen Judenhass und für unsere Werte“, sagte er und forderte Mut und Standhaftigkeit an jedem einzelnen Tag.

Am Schlussgottesdienst selbst nahmen laut Veranstaltern etwa 14.000 Menschen teil. Wer nicht in Würzburg dabei sein konnte, konnte die Feier live im Fernsehen oder Radio verfolgen. Nach Angaben des Bayerischen Rundfunks hatten rund 600.000 Menschen bereits den Eröffnungsgottesdienst an Christi Himmelfahrt verfolgt.

Veranstaltet wurde der Katholikentag vom ZdK, der Vertretung der katholischen Laien in Deutschland. Das Leitwort in Würzburg lautete „Hab Mut, steh auf!“

900 Programmpunkte in Würzburg

Zum vielfältigen Programm aus Musik, Kunst, Diskussionsrunden und spirituellen Angeboten kamen Zehntausende Besucher nach Würzburg. Insgesamt standen etwa 900 Programmpunkte auf dem Plan, viele mussten wegen zu großen Andrangs zeitweise geschlossen werden.

Zu den prominenten Gästen zählten unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und Bundeskanzler Friedrich Merz.

Der nächste Deutsche Katholikentag findet in zwei Jahren in Paderborn in Nordrhein-Westfalen statt – vom 24. bis 28. Mai.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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