Countdown zum 191. Oktoberfest
Am kommenden Samstag beginnt in München wieder die Wiesn – mit dem traditionellen Ruf „O’zapft is“. Wer einen Besuch plant, hat vorab meist viele Fragen: Wie kommt man am besten hin? Wo lässt sich gut feiern? Was kostet das Bier? Und wie sicher ist das Fest? Hier ein Überblick.
Anreise und Eintritt
Mit dem Auto zur Theresienwiese zu fahren, ist keine gute Idee. Rund um das Festgelände sind viele Straßen gesperrt, Parkplätze stehen praktisch nicht zur Verfügung. Sinnvoller ist die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, etwa über die S-Bahn-Station Hackerbrücke, die U-Bahn-Haltestellen Goetheplatz und Poccistraße oder zu Fuß vom Hauptbahnhof entlang der ausgeschilderten Wege.
Der Zugang zur eigentlichen Wiesn ist kostenlos. Wer jedoch die Oide Wiesn im südlichen Teil besuchen möchte, braucht eine Eintrittskarte für vier Euro. Dort sind dafür nostalgische Fahrgeschäfte günstiger und kosten in der Regel 1,50 Euro.
Tischreservierung: kaum noch Chancen
Wer jetzt noch einen Tisch reservieren möchte, dürfte kaum Erfolg haben. Vor allem an Abenden und an Wochenenden sind die Plätze in den Festzelten meist schon seit Monaten vergeben. Mit etwas Glück findet man kurzfristig jemanden, der seine Reservierung nicht nutzen kann und sie über das offizielle Online-Portal der Stadt zum Originalpreis abgibt. Meist zahlt man dabei nur die enthaltenen Verzehrgutscheine.
Von überteuerten Angeboten auf inoffiziellen Plattformen wird abgeraten. Solche Weiterverkäufe sind nicht erlaubt – und im schlimmsten Fall stehen Käufer trotz hoher Kosten ohne gültige Reservierung da.

Was tun ohne Reservierung?
Auch ohne gebuchten Tisch ist ein Wiesn-Besuch möglich. Nicht alle Plätze in den Zelten sind reserviert. Wer früh da ist und direkt zum Wunschzelt geht, hat die besten Chancen. Unter der Woche ergeben sich oft auch mittags noch Möglichkeiten auf freie Plätze.
Welches Zelt passt zu wem?
Die Wahl des Zelts macht auf der Wiesn einen großen Unterschied. Insgesamt gibt es 14 große Festzelte sowie kleinere Betriebe und zusätzliche Angebote auf der Oidn Wiesn. Jedes Zelt hat seinen eigenen Charakter.
Das Augustiner-Zelt gilt als eher traditionell und gemütlich. Im Schottenhamel oder im Paulaner-Zelt geht es oft deutlich ausgelassener zu. Das Käfer-Zelt steht für ein exklusiveres Publikum, während das Hofbräu-Zelt besonders international geprägt ist. Wer regelmäßig auf die Wiesn geht, weiß: Jedes Zelt hat seine ganz eigene Atmosphäre.
Wo trifft man Prominente?
Als klassischer Treffpunkt der Promiszene gilt seit Jahren das Käfer-Zelt. Dort findet am ersten Wiesn-Sonntag der bekannte „Almauftrieb“ statt. Auch der FC Bayern feiert dort traditionell nach Heimspielen, und zahlreiche bekannte Gesichter aus Unterhaltung, Sport und Gesellschaft sind immer wieder dort zu sehen.
Beim Anstich im Schottenhamel zeigen sich oft bekannte Namen aus der Schlagerwelt. Im Schützenfestzelt lädt Regine Sixt regelmäßig zu ihrer Damen-Wiesn ein. Arnold Schwarzenegger wiederum soll besonders gern im Marstall feiern.
Was man besser lassen sollte
Ein klarer Regelverstoß ist das Tanzen auf den Tischen. Wer dabei erwischt wird, muss meist sofort das Zelt verlassen. Anders sieht es auf den Bänken aus: Dort zu stehen und zu feiern ist erlaubt und auf der Wiesn ganz normal.
Vorsicht ist auch auf dem kleinen Hang hinter den Zelten auf der Westseite der Theresienwiese geboten. Die Fläche wirkt zwar wie ein Ruheplatz, trägt in München aber nicht ohne Grund den Spitznamen „Kotzhügel“.
Bierpreise und Alkoholgehalt
Das Wiesn-Bier wird in diesem Jahr erneut teurer. Für eine Maß zahlen Besucher zwischen 14,80 Euro und 15,90 Euro. Im Schnitt liegt der Preis damit rund 2,38 Prozent über dem Vorjahr.
Ausgeschenkt werden die sechs traditionellen Wiesn-Biere von Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten. Welches am besten schmeckt, ist für viele eine Frage der Überzeugung. Klar ist aber: Das Festbier hat etwa sechs Prozent Alkohol und ist damit stärker als ein gewöhnliches Helles.
Kiffen auf der Wiesn?
Nein. In Bayern ist der Konsum von Cannabis auf Volksfesten und in Biergärten per Landesgesetz untersagt.
Fahrgeschäfte und Besonderheiten
Wer es traditionell mag, findet auf der Oidn Wiesn historische Attraktionen. Dort gab es zuletzt wechselnd alte Schaustellerbetriebe wie die „Fahrt ins Paradies“ oder die Hexn-Wippn.
Auf dem Hauptgelände gehört die Krinoline mit Live-Blasmusik zu den Klassikern. Ebenfalls echte Wiesn-Originale sind der Flohzirkus und das mehr als 150 Jahre alte Schichtl-Theater, das sogar als bayerisches immaterielles Kulturerbe gilt. Das Bild der Wiesn prägen außerdem seit Jahrzehnten das Riesenrad und die Achterbahn Olympia Looping.
In diesem Jahr kommen zudem drei neue Fahrgeschäfte hinzu. Dazu zählt das „Chaos Pendel“, das seine Fahrgäste in bis zu 42 Metern Höhe und mit bis zu 80 Stundenkilometern durch die Luft schleudert.
Was darf mit aufs Gelände?
Verboten sind Glasflaschen und Messer. Außerdem dürfen nur kleine Taschen bis zu drei Litern Volumen mitgenommen werden. Größeres Gepäck muss an einer Aufbewahrungsstelle abgegeben werden.
Wie sicher ist die Wiesn?
Die Sicherheitsvorkehrungen sind umfangreich. Rund 600 Polizeikräfte sind während des Fests im Einsatz. Unterstützung kommt von der Bayerischen Bereitschaftspolizei, spezialisierten Ermittlern gegen Taschendiebstahl und weiteren Einsatzkräften.
Trotzdem sollten Besucher aufmerksam bleiben. Gerade Taschendiebe nutzen die Menschenmengen aus. Deshalb gilt: Taschen nicht unbeaufsichtigt auf Bänken liegen lassen und Geld sowie Ausweise möglichst nah am Körper tragen.
Bei Notfällen, Bedrohungen oder sexuellen Übergriffen setzen viele Zelte inzwischen auf die „SafeNow“-App. Damit kann per Knopfdruck Sicherheitspersonal alarmiert werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber