Bayern

Trotz Drohungen: CSD in Mühldorf findet statt

Nach dem Angriff in Berlin ziehen CSD-Veranstalter ein klares Fazit: Genau deshalb sind Pride-Demos noch immer unverzichtbar.

26.07.2026, 10:54 Uhr

Der Christopher Street Day im oberbayerischen Mühldorf findet trotz des Angriffs im Umfeld des Berliner CSD nicht nur wie geplant statt – die Veranstaltung hat inzwischen begonnen. Nach Angaben der Polizei waren kurz nach dem Start bereits mehrere Hundert Menschen vor Ort.

Die Organisatoren betonten, gerade nach einem so erschütternden Ereignis sei es besonders wichtig, sich nicht einschüchtern oder aus dem öffentlichen Raum verdrängen zu lassen. Auch aus den Reihen der Teilnehmenden sei der Vorfall in Berlin zwar ein zentrales Thema, sagte Versammlungsleiter Daniel Mareyen der dpa. Zugleich überwiege die Haltung: „Jetzt erst recht.“

Veranstalter: Gerade deshalb ist der CSD wichtig

Mareyen erklärte, man werde so lange CSDs veranstalten, wie es Diskriminierung gebe. Queere Menschen wollten sichtbar machen: „Wir sind da, wir leben, wir sind Teil der Gesellschaft.“ Man habe gewusst, dass solche Taten jederzeit passieren könnten. Angriffe auf queere Menschen gehörten in Deutschland weiterhin zum Alltag – genau deshalb gehe man auf die Straße.

Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen gibt es nach Angaben der Veranstalter nicht. Begründet wurde das damit, dass bereits ein umfassendes Schutzkonzept bestehe. Auch die Polizei hatte am Sonntagmorgen mitgeteilt, dass die Veranstaltung planmäßig durchgeführt werde.

In einem Statement sprachen die Organisatoren den Verletzten sowie den Freunden und Angehörigen der Todesopfer ihr tiefes Mitgefühl und ihre Solidarität aus. Zugleich wollten sie aus Mühldorf ein Signal nach Berlin senden: „Wir stehen bei euch, wir fühlen mit euch.“ Trotz der Gewalt sei die Botschaft klar: Die queere Community bleibe sichtbar und präsent.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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