Bayern

Hacker legen Amt in Cham lahm

Plötzlich ging im Landratsamt Cham kaum noch etwas: Warum Mail und Internet ausfielen, ist jetzt bekannt.

13.10.2026, 15:13 Uhr

Cyberangriff legt IT im Landratsamt Cham zeitweise lahm

Ein Cyberangriff auf das Landratsamt Cham hat am Donnerstag für mehrere Stunden Störungen im kommunalen Computernetz verursacht. Wie eine Sprecherin mitteilte, waren davon auch mehrere Gemeinden im Landkreis betroffen, die an das Behördennetz angeschlossen sind. Nach aktuellem Stand wurden weder Daten gestohlen noch verändert.

Bei dem Vorfall handelte es sich den Angaben zufolge um eine sogenannte Distributed-Denial-of-Service-Attacke (DDoS). Solche Angriffe zielen nicht auf Datendiebstahl, sondern darauf ab, Systeme und Online-Dienste durch massenhafte gleichzeitige Anfragen zu überlasten. Die Attacke begann demnach in den frühen Morgenstunden und nahm schubweise an Intensität zu.

Die interne IT-Abteilung analysierte die Störung zusammen mit einem spezialisierten Unternehmen und dem Internetanbieter. Bis zum Mittag sei die Ursache geklärt und Schutzmechanismen aktiviert worden. Ab dem Nachmittag konnte der normale Betrieb schrittweise wieder anlaufen. Der Vorfall wurde dokumentiert und soll bei den Strafverfolgungsbehörden zur Anzeige gebracht werden.

Landratsamt sieht sich weiter arbeitsfähig

Nach Angaben von Reinhard Babl, Leiter des Sachgebiets Informations- und Kommunikationstechnik, hätten sich das bestehende Firewall-Konzept, klar geregelte Notfallabläufe, feste Ansprechpartner und regelmäßige Sicherheitschecks bewährt. Dennoch sollen die Schutzmaßnahmen weiter ausgebaut werden.

Landrat Christian Schindler erklärte, der Angriff habe gezeigt, dass die Sicherheitsvorkehrungen funktionierten und die Verwaltung auch in einer solchen Situation handlungsfähig bleibe.

Nach bisherigen Erkenntnissen ging die Attacke von einem weltweit verteilten Netzwerk kompromittierter Geräte aus. Die Anfragen kamen aus etwa 50 Ländern, darunter Brasilien, Indien, Mexiko, Argentinien, Irak und Bangladesch.

Die Sprecherin verwies zudem auf das Bayerische Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, wonach DDoS-Angriffe zu den häufigsten Bedrohungen für die Verfügbarkeit von IT-Systemen gehören.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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