Die Münchner Polizei erwartet rund um die für Samstag angekündigte Demonstration unter dem Titel „Gen Z regelt“ nach eigenen Angaben derzeit keine konkreten Fälle von Gewalt oder mutwilligen Beschädigungen. Thomas Schelshorn, Sprecher des Polizeipräsidiums München, erklärte, er blicke dem Wochenende gelassen entgegen.
Die Kundgebung soll um 14.00 Uhr auf dem Geschwister-Scholl-Platz beginnen. Das Motto richtet sich nach Angaben der Organisatoren gegen Kapitalismus, Faschismus, Rassismus, Frauenfeindlichkeit, aus ihrer Sicht problematische Schulsysteme und weitere gesellschaftliche Missstände. Offiziell wurden 1.000 Teilnehmende angemeldet, online hatten sich auf der Website der Veranstalter zuletzt rund 7.700 Menschen eingetragen.
Wie viele am Ende tatsächlich erscheinen, sei laut Polizei noch offen. Die Beamten verfolgen die Mobilisierung in den sozialen Netzwerken und stimmen die Einsatzplanung entsprechend ab. Zur genauen Zahl der eingesetzten Kräfte machte die Polizei keine Angaben und verwies auf taktische Gründe.
Auch die jüngsten Protestbilder aus Frankreich seien den Sicherheitsbehörden bekannt. Nach Einschätzung der Münchner Polizei gibt es jedoch bislang keine Hinweise darauf, dass es in der Stadt zu ähnlichen Szenen kommen könnte. Zugleich betonte Schelshorn, dass gegen Gewalttäter oder Personen, die fremdes Eigentum beschädigen, sofort eingeschritten werde.
Viele Einsätze an einem Wochenende
Neben der „Gen-Z-regelt“-Demonstration sind für Samstag noch zwei weitere, unabhängige Kundgebungen angekündigt. Zusätzlich trifft der FC Bayern am Abend in der Allianz Arena vor etwa 75.000 Zuschauern auf Borussia Dortmund. Hinzu kommt die Halloween-Nacht, die ebenfalls für zusätzliches Einsatzaufkommen sorgt.
Die Polizei wies in diesem Zusammenhang noch einmal auf das Vermummungsverbot bei Versammlungen hin. Verkleidungen seien erst nach dem Ende der Demonstration angebracht, so Schelshorn.
Einzelne Geschäftsleute hätten sich mit Sorgen an die Polizei gewandt. Aus Sicht der Behörden besteht derzeit jedoch kein Anlass, Läden oder Gebäude besonders zu sichern. Ob dennoch Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, bleibt den Eigentümerinnen und Eigentümern selbst überlassen.
Mit Verkehrsbehinderungen müsse am Samstag zwar gerechnet werden. Gleichzeitig verwies die Polizei darauf, dass München an große Veranstaltungen und Demonstrationen gewöhnt sei. Im Jahr 2025 habe es in der Stadt rund 2.000 Versammlungen und 5.000 Veranstaltungen gegeben. Für Rückfragen wurde ein Bürgertelefon eingerichtet.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber