Christian Würtz wird offiziell neuer Bischof von Eichstätt
An diesem Sonntag, 4. Oktober, übernimmt Christian Würtz offiziell die Leitung des Bistums Eichstätt. Der bisherige Freiburger Weihbischof hatte sich im Vorfeld als jemand beschrieben, der Entscheidungen am Ende zwar selbst treffen und verantworten müsse, dies aber nicht allein tue, sondern im Austausch mit anderen.
Seit Juni 2025 war der Bischofssitz in Eichstätt vakant. Damals hatte Gregor Maria Hanke, der das Amt viele Jahre innehatte, seinen Rückzug erklärt. Anfang Juli wurde dann bekannt, dass Papst Leo XIV. mit Würtz seine erste bedeutende Personalentscheidung für Bayern getroffen hat. Der 55-Jährige kommt aus dem Südwesten Deutschlands, ist promoviert in Jura und Theologie und wird nun der jüngste Diözesanbischof des Landes.
Inzwischen hat Würtz in München bereits den Treueeid abgelegt und sich auch vor Ort in Eichstätt umgesehen. Die Stadt im Altmühltal habe ihm auf Anhieb gefallen, sagte er. Nun freue er sich vor allem darauf, die Menschen kennenzulernen.
So läuft die Amtseinführung ab
Zur feierlichen Amtseinführung im Eichstätter Dom werden zahlreiche Geistliche erwartet, darunter der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl, Kardinal Reinhard Marx aus München, der Freiburger Erzbischof Stephan Burger sowie Fuldas Bischof Michael Gerber. Zu Beginn des Gottesdienstes überreicht der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Hubertus van Megen, die päpstliche Ernennungsurkunde. Anschließend nimmt Würtz auf dem Bischofsstuhl Platz.

Mit seinem Amtsantritt übernimmt er ein Bistum, das wie viele andere Diözesen in Deutschland vor großen Problemen steht. Die Zahl der Kirchenmitglieder sinkt, finanzielle Mittel werden knapper, und vielerorts stellt sich die Frage, welche Kirchen und Gebäude langfristig noch erhalten werden können.
Kleinstes bayerisches Bistum mit großen Aufgaben
Eichstätt ist nach der Zahl der Katholikinnen und Katholiken das kleinste Bistum Bayerns. 2025 gehörten ihm 334.517 Mitglieder an. Die Diözese liegt im Herzen des Freistaats und umfasst sowohl ländlich geprägte Regionen als auch den Süden Nürnbergs und die Industriestadt Ingolstadt. Entsprechend unterschiedlich dürften die Anforderungen an eine zukunftsfähige Kirche in Stadt und Land sein.
Würtz betonte, dass es keine einfachen Standardlösungen gebe. Zunächst wolle er sich einen genauen Überblick verschaffen. Wichtig sei ihm, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, ihre Anliegen kennenzulernen und zu verstehen, welche Themen die verschiedenen Regionen bewegen.
Dazu passt auch eine Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend in Eichstätt. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene können dem neuen Bischof auf Postkarten persönliche Wünsche, Hoffnungen und Gedanken mitgeben. Die Karten werden noch bis Ende Oktober gesammelt.
Würtz will weiter auf Instagram präsent sein
Auf die Frage nach den größten Herausforderungen in seinem neuen Amt äußerte sich Würtz eher grundsätzlich. Sein Ziel sei es, die Schönheit des Glaubens sichtbar zu machen. Er sei überzeugt, dass die christliche Botschaft für alle Menschen Bedeutung haben könne.
Schon als Weihbischof nutzte Würtz Instagram, um mit Gläubigen und Interessierten in Kontakt zu bleiben. Diesen Weg möchte er auch in Eichstätt weitergehen. Über soziale Medien könne er nicht nur bestehende Kontakte pflegen, sondern auch Menschen erreichen, die er sonst kaum ansprechen würde.
Kunst, Spaziergänge und Krimis in der Freizeit
In seiner freien Zeit beschäftigt sich Würtz nach eigenen Angaben gerne mit Kunst oder geht spazieren. Beides helfe ihm, den Kopf freizubekommen und den Blick zu weiten. Auch Themen außerhalb des kirchlichen Alltags seien dafür wichtig.
Zur Entspannung liest er außerdem gerne Kriminalromane, ohne sich auf einen Lieblingsautor festzulegen. In der Kunst interessiert er sich derzeit besonders für das Werk des belgischen Künstlers Frans Masereel, der vor allem für seine oft gesellschaftskritischen Holzschnitte bekannt wurde. Unter den zeitgenössischen Künstlern nennt Würtz den Maler Michael Triegel und die Fotografin Iwajla Klinke als derzeit besonders spannend.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber