Die US-Küstenwache hat nach eigenen Angaben in der Karibik ein Schiff mit einer mutmaßlich illegalen Treibstofflieferung für Kuba abgefangen. Ein taktisches Team habe das Motorschiff „Grace“ Anfang September geentert und anschließend in den mexikanischen Hafen Progreso eskortiert, teilte die Behörde mit.
Nach Angaben der Küstenwache bestätigte die mexikanische Marine, dass sich große Mengen Treibstoff in den Ballasttanks des Schiffs befanden. Diese Tanks werden normalerweise mit Wasser befüllt, um die Stabilität eines Schiffs zu regulieren. Zudem seien an Bord mehrere Container mit mutmaßlich illegal gehandeltem Kraftstoff entdeckt worden.
Wie viel Treibstoff sich insgesamt auf dem Schiff befand und unter welcher Flagge die „Grace“ unterwegs war, blieb zunächst unklar.
Verdacht auf Methoden der „Schattenflotte“
Laut US-Küstenwache soll das Schiff auf dem Weg nach Kuba vermutlich typische Täuschungsmanöver der sogenannten „Schattenflotte“ genutzt haben, um nicht entdeckt zu werden. Der kommissarische Leiter der US-Küstenwache, Kevin Lunday, erklärte: „Die Hohe See ist kein Zufluchtsort für Gesetzlosigkeit.“
Ölblockade verschärft Lage auf Kuba
Seit Dezember gilt eine US-Ölblockade gegen Kuba. Lieferungen aus Drittstaaten wurden seither fast vollständig gestoppt, was die ohnehin angespannte Energieversorgung des sozialistischen Karibikstaats weiter verschärft hat.
Allerdings darf der kubanische Privatsektor weiterhin Treibstoff aus den USA importieren. Washington verfolgt mit seinen Sanktionen das Ziel, wirtschaftliche und politische Reformen in Kuba im eigenen Sinne zu erzwingen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber