Die Bibliothek des Deutschen Museums hat einen besonderen Meilenstein erreicht: Mit einem seltenen Werk aus den 1830er Jahren zur französischen Kostümgeschichte wurde ihr millionster Band in den Bestand aufgenommen. Nach Angaben des Museums ist dies ein bemerkenswerter Schritt für die eigenen Angaben zufolge größte Museumsbibliothek Deutschlands.
Als die Bibliothek 1908 ihre Türen für Besucher öffnete, verfügte sie zunächst über rund 22.000 Bücher. Seither ist die Sammlung stark gewachsen. Beim Jubiläumsband handelt es sich um „Costumes Français – Civils, Militaires et Religieux“ von Charles Auguste Herbé, auf Deutsch etwa „Französische Kostüme – zivile, militärische und religiöse“.
Seltene Werke im gesicherten Rara-Raum
Das Buch gehört zu etwa 15.000 besonders wertvollen und seltenen Bänden, die im sogenannten Rara-Raum aufbewahrt werden. Dieser Bereich ist speziell gesichert und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Dort lagern Werke aus der Zeit vom späten 15. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert. Zu den herausragenden Stücken zählt auch die Schedelsche Weltchronik von 1494.
Regale voller Bücher – und Platz wird knapp
Ein großer Teil des Bestands befindet sich im Magazin der Bibliothek. Die Regale ziehen sich auf einer Etage ringförmig um den Innenhof. Bibliotheksleiter Helmut Hilz schätzt, dass der dort gelagerte Bestand etwa 20.000 Umzugskartons füllen würde. Allerdings, so sagte er, wären diese Kartons dann „sauschwer“.
Mit dem Erreichen der Millionengrenze rückt zugleich ein bekanntes Problem stärker in den Fokus: der verfügbare Platz. Hilz geht davon aus, dass die Bibliothek künftig mit Raumproblemen rechnen muss. Eine mögliche Lösung sieht er in einer noch dichteren Unterbringung der Bestände.

Ein letzter großer Wunsch
Helmut Hilz, der die Bibliothek seit 1998 leitet, wird voraussichtlich im kommenden Jahr in den Ruhestand gehen. Ein Werk, das er vor seinem Abschied nur zu gern noch für die Sammlung erwerben würde, ist Galilei Galileos „Sidereus Nuncius“. Dieses Buch sei heute kaum bezahlbar, sagte Hilz – dennoch bleibe es sein persönlicher Wunschtraum.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber