Motiv nach Messerangriff in Würzburg bleibt ungeklärt
Mehr als zwei Monate nach der Messerattacke auf Zeugen Jehovas am Würzburger Hauptbahnhof ist das Tatmotiv weiterhin offen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Würzburg konnte kein eindeutiger Beweggrund ermittelt werden. Auch Hinweise auf eine mögliche Radikalisierung, etwa aus religiösen Gründen, seien nicht gefunden worden.
Ob eine psychische Erkrankung des 35 Jahre alten Tatverdächtigen bei der Entscheidung zur Tat eine Rolle gespielt hat, lässt sich laut den Ermittlern nicht mehr sicher klären. Das Verfahren wurde inzwischen beendet, da der Mann verstorben ist.
Angriff auf drei fremde Männer
Den Ermittlungen zufolge nahm sich der 35-Jährige etwa eine Woche nach dem Angriff in seiner Gefängniszelle das Leben. Der aus Afghanistan stammende Mann soll am 23. Februar am Hauptbahnhof drei ihm nicht bekannte Männer mit einem Messer angegriffen haben. Die Betroffenen hielten sich an einem Informationsstand der Zeugen Jehovas auf. Die damals 51, 55 und 68 Jahre alten Männer erlitten leichte Verletzungen.
Die Zeugen Jehovas sind eine christliche Glaubensgemeinschaft mit eigener Auslegung der Bibel. Nach eigenen Angaben zählen sie weltweit rund 9,2 Millionen Mitglieder.
Keine Hinweise auf Suizidgefahr bei Haftantritt
Nach der Tat kam der Mann in Untersuchungshaft. Laut Justizvollzugsanstalt gab es bei seiner Einlieferung keine Anzeichen dafür, dass der geduldete Asylbewerber suizidgefährdet sein könnte. Am 26. Februar wurde er nach Angaben der JVA in eine Einzelzelle verlegt.
Die Staatsanwaltschaft sieht zudem keine Hinweise auf Fehler oder Versäumnisse seitens der Haftanstalt. Der Verstorbene habe weder bei der Vorführung vor dem Ermittlungsrichter noch beim Transport oder bei der Aufnahme in die JVA einen psychotischen Eindruck gemacht.
Mehrfach in psychiatrischen Einrichtungen
In den vergangenen Jahren war der 35-Jährige mehrfach in psychiatrischer Behandlung. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, hielt er sich 2024 und 2025 auf richterliche Anordnung in Kliniken in Lohr und Würzburg auf. Aus welchen Gründen dies geschah, wurde nicht bekannt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion