Bayern will seine Heimatstrategie in den kommenden Jahren vor allem auf die Entwicklung des ländlichen Raums ausrichten. Nach den Worten von Finanz- und Heimatminister Albert Füracker (CSU) sollen sich Stadt und Land dabei im Gleichklang entwickeln. Gleichwertige Lebens- und Arbeitsverhältnisse in allen Regionen seien Verfassungsauftrag und Grundlage politischen Handelns.
Die Strategie werde deshalb fortlaufend an gesellschaftliche Veränderungen angepasst, etwa an Digitalisierung und Veränderungen der Bevölkerungsstruktur. Füracker nannte dafür zwei zentrale Schwerpunkte: regionale und kommunale Strukturen sichern und ausbauen sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Freistaat stärken.
Infrastruktur und Identität im Mittelpunkt
Nach Angaben des Ministers leben und arbeiten die Menschen in Bayern sowohl in Städten als auch auf dem Land gerne – und das solle auch künftig so bleiben. Eine wichtige Rolle spiele dabei der Glasfaserausbau. Seit 2014 seien dafür 2,7 Milliarden Euro aus bayerischen Steuermitteln bereitgestellt worden. Diese Unterstützung solle mit öffentlichen Geldern und Förderprogrammen fortgesetzt werden.
Neben klassischer Strukturpolitik setzt die Heimatstrategie auch auf gemeinschaftsbildende und identitätsstiftende Maßnahmen. Dazu zählen etwa Bürgerdialoge und Heimaterlebnistage. Besonders am Herzen liegt der Staatsregierung nach Fürackers Worten der Erhalt der bayerischen Dialektvielfalt. Unterstützt werde das unter anderem mit dem Dialektpreis Bayern und einem Dialektquiz.
Mehr Unterstützung für besonders Engagierte
Ein weiterer Fokus liegt auf Menschen, die sich in besonderer Weise für ihre Heimat einsetzen. Sie sollen künftig noch gezielter unterstützt werden. Gemeinsam mit der TH Nürnberg hat das Heimatministerium dazu ein Forschungsvorhaben gestartet.
Untersucht werden soll, wer diese Engagierten sind, mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert sind und wie der Freistaat sie bestmöglich fördern kann. Für das Projekt sind laut Füracker in drei Jahren fast 500.000 Euro vorgesehen.
Heimatstrategie läuft seit 2014
Die bayerische Heimatstrategie wurde 2014 gestartet. Ihr zentrales Ziel ist es, in allen Landesteilen gleichermaßen attraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen zu schaffen. Im Zuge der Strategie wurden unter anderem Behörden aus Ballungszentren in ländliche Regionen verlagert, der Internetausbau vorangetrieben und über den kommunalen Finanzausgleich auch wirtschaftlich schwächere Regionen gestärkt.
2021 wurde das Konzept bereits unter dem Titel „Offensive.Heimat.Bayern 2025“ weiterentwickelt. Mit der nun vorgestellten Fortschreibung sollen die Ziele für die kommenden sieben Jahre festgelegt werden.
Weitere Behördenverlagerungen bis 2030 geplant
Bereits vor einigen Wochen hatte Füracker eine Zwischenbilanz der Heimatstrategie gezogen. Demnach wurden in den vergangenen zehn Jahren mehr als 60 Behörden mit mehr als 2.000 Arbeits- und Studienplätzen in ländliche Regionen verlegt.
In einer zweiten Stufe sollen bis 2030 weitere 14 Behörden und staatliche Einrichtungen folgen. Dadurch sollen zusätzlich rund 2.700 Arbeitsplätze sowie Studienplätze für 440 Studierende in den ländlichen Raum kommen.
Neu geplant: Newsletter und Kleinstsatelliten
Neu vorgesehen ist außerdem ein Heimat-Newsletter. Damit will die Staatsregierung Maßnahmen und Entscheidungen direkter an die Bürgerinnen und Bürger kommunizieren. Gute Kommunikation sei wichtig für das Vertrauen in die Demokratie, sagte Füracker.
Zudem kündigte der Minister den Start von fünf Kleinstsatelliten an. Sie sollen in den kommenden Wochen von den USA aus per Trägerrakete ins All gebracht werden. Von dort aus sollen sie Bilder und Daten aus Bayern liefern, die unter anderem für Land- und Forstwirtschaft, Hochwasserprognosen und die Beobachtung von Klimaveränderungen genutzt werden können.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion