Bayerns Satellitenprojekt „CuBy“ vor dem Start
Das bayerische Satellitenvorhaben „CuBy“ steht kurz vor dem Beginn: Nach Angaben von Heimat- und Finanzminister Albert Füracker (CSU) sollen in den kommenden Wochen fünf Kleinsatelliten ins All gebracht werden. Ihr Auftrag ist es, im Dreitagesrhythmus Bilder und Messdaten aus Bayern zu liefern.
Füracker betonte, dass die Aufnahmen und Daten unter anderem bei Hochwasservorhersagen, der Beobachtung von Klimaveränderungen sowie in der Land- und Forstwirtschaft genutzt werden könnten. Zudem entstehe damit eine verlässliche Grundlage für künftige Entscheidungen in den Bereichen Umwelt, Zivilschutz und Katastrophenschutz.
Nutzen für Forstwirtschaft und Behörden
Die gewonnenen Informationen sollen dem Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in München, den Bayerischen Staatsforsten, der Landwirtschaft und dem Katastrophenschutz zur Verfügung gestellt werden.
Gerade für Waldbesitzer in Bayern könnte das Projekt hilfreich sein: Die Satelliten sollen zeigen, in welchem Zustand sich die Wälder aktuell befinden. Dafür sind sie mit Multispektralkameras ausgestattet, die aus rund 400 Kilometern Höhe hochauflösende Bilder derselben Gebiete aufnehmen. Durch den regelmäßigen Vergleich dieser Aufnahmen lassen sich Veränderungen früh erkennen.
Mehrere Partner an Bord
Nach Angaben des Landesamts wird das Projekt gemeinsam mit dem Zentrum für Telematik in Würzburg, dem Start-up S4 – Smart Small Satellite Systems GmbH sowie der Technischen Universität München (TUM) umgesetzt.

Die Satelliten sollen, sofern der Start wie geplant verläuft, in den nächsten Wochen mit einer Trägerrakete von den USA aus in den Orbit gebracht werden. Zunächst geht es darum, die Technik und die Qualität der erfassten Daten zu prüfen.
Kleine Satelliten als kostengünstige Lösung
Die Entwickler verweisen darauf, dass kleine Satelliten deutlich günstiger sind als größere Modelle — sowohl bei der Herstellung als auch beim Transport in die Umlaufbahn. Ein wesentlicher Grund: Je leichter die Satelliten, desto niedriger die Startkosten.
Erste Bilder erst in einigen Monaten
Mit ersten Aufnahmen aus dem All für fünf Regionen in Bayern rechnet das Ministerium erst in einigen Monaten. Anschließend soll entschieden werden, ob das System zu einer flächendeckenden Beobachtung des gesamten Freistaats ausgebaut wird.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion