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Kommt Høiby frei? Jetzt entscheidet die höhere Instanz

Freilassung für Mette-Marits Sohn? Das Gericht sagt ja – doch in letzter Sekunde bleibt der Royal-Spross weiter in U-Haft.

08.06.2026, 19:23 Uhr

Gericht in Oslo will Marius Borg Høiby wegen kranker Mutter aus U-Haft entlassen

Ein Gericht in Oslo hat entschieden, dass Marius Borg Høiby, der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, aus der Untersuchungshaft entlassen werden soll, damit er seiner schwer kranken Mutter beistehen kann. Damit entsprach das Gericht am Montagabend einem entsprechenden Antrag des 29-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft legte jedoch sofort Berufung ein, wodurch die Entscheidung vorerst nicht wirksam wird. Bis eine höhere Instanz darüber entschieden hat, bleibt Høiby in Haft.

Zuvor hatte sich die Polizei gegen eine Freilassung ausgesprochen. Das Gericht kam jedoch zu einem anderen Schluss. Nach Angaben der Zeitung Verdens Gang begründeten die Richter ihre Entscheidung damit, dass eine weitere Inhaftierung nicht nur für Høiby selbst, sondern auch für seine Mutter in ihrer ohnehin schwierigen Lage eine erhebliche Belastung darstellen würde.

Urteil im Vergewaltigungsprozess steht kurz bevor

Schon in einer Woche soll das Urteil im Vergewaltigungsprozess gegen Høiby fallen. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten. Die Verteidigung plädiert dagegen auf Freispruch von den schwerwiegendsten Vorwürfen, darunter vier Anklagepunkte wegen Vergewaltigung.

Vor Gericht erklärte Høiby laut Verdens Gang, es sei für ihn kaum auszuhalten, im Gefängnis zu sitzen, während seine Mutter so schwer krank sei. Besonders belastend sei für ihn, ihr in dieser Situation nicht helfen zu können. Zugleich versicherte er, er würde nichts tun, was die Lage weiter verschärfen könnte.

Mette-Marit und ihr Sohn Marius Borg Høiby
Ein Bild aus glücklicheren Zeiten: Mette-Marit (links) und ihr Sohn Marius. (Archivbild) Quelle: Vegard Wivestad Grott/NTB SCANPIX/EPA/dpa

Mette-Marit steht wegen schwerer Lungenerkrankung auf Transplantationsliste

Medienberichten zufolge durfte Høiby das Gefängnis am Montag für einige Stunden verlassen, um an einem Treffen über den Gesundheitszustand der Kronprinzessin teilzunehmen. Der norwegische Hof hatte zuvor mitgeteilt, dass sich ihr Zustand zuletzt deutlich verschlechtert habe.

Demnach leidet Mette-Marit an einer lebensbedrohlichen chronischen Lungenerkrankung und steht inzwischen auf der Warteliste für eine Lungentransplantation. Bereits im Dezember hatte das Königshaus erklärt, dass sie eine neue Lunge benötigt. Die Kronprinzessin ist an unheilbarer Lungenfibrose erkrankt und nutzt im Alltag inzwischen ein Sauerstoffgerät.

Das Informationstreffen fand laut Høiby auf Schloss Skaugum, dem Wohnsitz der Kronprinzenfamilie, statt. Vor Gericht schilderte er, es sei etwas ganz anderes gewesen, seine Mutter zu Hause zu sehen als bei einem Besuch im Gefängnis in Oslo. Dort habe sie ganz anders gewirkt, was für ihn sehr bewegend gewesen sei.

Am Sonntag hatten Mette-Marit und Kronprinz Haakon ihren ältesten Sohn in der Haft besucht. Høiby sagte dazu, jeder Sonntag, an dem sie sich sehen, könne womöglich ihr letztes gemeinsames Treffen sein.

Früherer Antrag auf Haftverschonung war gescheitert

Bereits im Mai hatte Høiby versucht, aus der Untersuchungshaft entlassen zu werden und stattdessen mit einer elektronischen Fußfessel überwacht zu werden. Dieser Antrag blieb jedoch erfolglos und beschäftigte damals sogar Norwegens oberstes Gericht. Der neue Vorstoß seiner Verteidiger wurde nun mit dem verschlechterten Gesundheitszustand von Mette-Marit begründet.

Høiby sitzt seit Anfang Februar in Untersuchungshaft. Hintergrund ist, dass er mehrfach gegen ein Kontaktverbot gegenüber einer Ex-Freundin verstoßen haben soll. Diese Frau hatte im laufenden Verfahren auch als mutmaßliches Opfer ausgesagt. Høiby weist den Vorwurf zurück, dass von ihm weiterhin eine Wiederholungsgefahr ausgehe.

Die Ex-Freundin sieht das offenbar anders. Ihrer Anwältin Mette Yvonne Larsen zufolge haben mehrere Personen aus Høibys Umfeld zuletzt versucht, ihre Mandantin dazu zu bewegen, das Kontaktverbot aufheben zu lassen. Gegenüber Aftenposten erklärte Larsen, ihre Mandantin habe klargemacht, dass sie an dem Kontaktverbot festhalten wolle.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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