Baden-Württemberg

Nur hier ist ein Montag im Jahr plötzlich heilig

Montag und feiern? In Ulm strömen Tausende zur Donau – warum ausgerechnet dieser Tag dort wie ein Feiertag zelebriert wird.

20.07.2026, 04:00 Uhr

Wer keine Lust auf einen typischen Montag hatte, war in Ulm genau richtig. In der Donaustadt wurde der Start in die Woche wieder groß gefeiert: mit dem Schwörmontag, einem in Deutschland einzigartigen städtischen Feiertag. Dazu gehören die traditionelle Schwörrede des Oberbürgermeisters, ein Festprogramm in der Innenstadt und das große Feiern auf der Donau.

Nach Angaben der Stadt ist in Ulm ausgerechnet ein Montag für viele der schönste Tag des Jahres. Gefeiert wird der Schwörmontag immer am vorletzten Montag im Juli.

Historischer Hintergrund

Der Tag erinnert an die mehr als 600 Jahre alte Verfassung der früheren Reichsstadt Ulm. Schon seit dem 14. Jahrhundert legt das Stadtoberhaupt an diesem Termin öffentlich Rechenschaft über die Stadtpolitik ab und erneuert den sogenannten Schwörbrief.

Dabei bekräftigt der Oberbürgermeister das Versprechen, „Reichen und Armen ein gemeiner Mann zu sein in allen gleichen, gemeinsamen und redlichen Dingen ohne allen Vorbehalt“.

Sommerfest an der Donau

Für viele Ulmer ist der Schwörmontag vor allem ein großes Sommerfest. Tausende Besucher strömen an die Donau, wo das traditionelle Nabada stattfindet. Bei dem besonderen Wasserumzug treiben bunt geschmückte Boote, Flöße, Schlauchboote und teils skurrile Eigenkonstruktionen den Fluss hinunter.

Auch Boote zu aktuellen Themen waren dabei. An den Ufern feiern jedes Jahr Zehntausende mit. Zusätzlich gibt es Konzerte und weitere Veranstaltungen in der Innenstadt. Ein Sprecher der Stadt fasste es so zusammen: Erst wird geschworen, dann geht Ulm aufs Wasser und feiert in der ganzen Stadt weiter.

Feiertag nur in Ulm

Der Schwörmontag ist offiziell ein Feiertag – allerdings ausschließlich innerhalb des Ulmer Stadtgebiets. Während in den Nachbarorten normal gearbeitet wird, schließen in Ulm Behörden, Schulen und viele Geschäfte früher oder bleiben ganz geschlossen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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