Baden-Württemberg

Nach Brand auf Großmarkt: Feuerwehr jagt letzte Glutnester

Großbrand auf Stuttgarter Großmarkt: Feuerwehr kämpft weiter – was Ermittler nach den Löscharbeiten entdecken könnten

05.07.2026, 11:18 Uhr

Zwei Tage nach dem Großbrand auf dem Stuttgarter Großmarkt ist die Feuerwehr weiter vor Ort. Nach Angaben von Feuerwehrsprecher Daniel Anand werden noch immer einzelne Glutnester gelöscht. Eine Brandwache soll mindestens bis zum Nachmittag bleiben, danach wollen die Einsatzkräfte die Lage erneut bewerten.

Das Feuer war am Freitagabend aus bislang ungeklärter Ursache ausgebrochen. Mehrere Lagerhallen standen in Flammen, die Löscharbeiten dauerten nach Polizeiangaben mehr als 16 Stunden. Laut Feuerwehr war ein Brand dieser Größenordnung in Stuttgart seit Jahren nicht mehr zu bewältigen.

Mehr als 200 Kräfte von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Technischem Hilfswerk waren zeitweise im Einsatz. Weil Teile der Gebäude einsturzgefährdet waren, konnten die Einsatzkräfte die Hallen zunächst nicht betreten und mussten das Feuer über Stunden von außen bekämpfen. Das THW riss später mit Baggern beschädigte Hallenteile ab.

Ermittler wollen am Montag auf das Gelände

Sobald der Brand vollständig gelöscht ist, wollen Kriminaltechnik und Kriminalpolizei am Montag die Brandstelle untersuchen. Erst danach soll entschieden werden, wie die Ermittlungen weitergeführt werden. Die Kriminalpolizei sucht zudem Zeugen, die Hinweise zum Ausbruch des Feuers geben können.

Der entstandene Schaden wird nach ersten Einschätzungen auf einen zweistelligen Millionenbetrag beziffert. Verletzt wurde niemand.

Teile des Marktbetriebs laufen bereits wieder

Nach Angaben der Märkte Stuttgart brannte ein überdachter Großbereich mit Photovoltaikanlage und Händlerflächen. Von dort aus wurden demnach Teile von drei benachbarten Hallen in Mitleidenschaft gezogen. Unklar blieb zunächst, welche Waren sich genau in den betroffenen Hallen befanden.

Der Großmarkt im Stadtteil Wangen am Neckar gilt als drittgrößter Handelsplatz für frische Waren in Deutschland. Dort sind mehr als 100 Import- und Großhandelsfirmen ansässig, die unter anderem Obst, Gemüse und Blumen an Hotels, Gaststätten und andere gewerbliche Kunden liefern. Nach Angaben des Betreibers konnten große Teile des Marktbetriebs bereits am Samstagvormittag wieder freigegeben werden.

Fahrzeuge zerstört, Tore durch Hitze beschädigt

Um den Schaden zu begrenzen, wurden geparkte Lastwagen noch von den Lagerhallen weggefahren. Dennoch wurden mehrere Fahrzeuge wie Gabelstapler und Transporter durch die Flammen zerstört. Außerdem schmolzen durch die starke Hitze Rolltore benachbarter Gebäude.

Wegen der dichten Rauchwolke über dem Industriegebiet hatte die Feuerwehr Anwohner und Anwohnerinnen zwischenzeitlich aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Klimaanlagen auszuschalten. Für die umfangreichen Löscharbeiten wurde auch Wasser aus dem nahegelegenen Neckar entnommen. Einsatzkräfte auf Booten sicherten dabei ab, dass der Fluss nicht verunreinigt wurde.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen