Baden-Württemberg

Bodensee-Fisch vor Comeback auf dem Teller?

Kommt der Bodensee-Klassiker zurück? Fachleute prüfen, ob Felchen bald wieder auf den Tellern landen – mit strengen Regeln.

17.06.2026, 04:00 Uhr

Felchen gelten als kulinarisches Wahrzeichen des Bodensees. Auf Speisekarten sind sie jedoch seit Jahren deutlich seltener zu finden. Seit 2024 ist der Fang in weiten Teilen des Binnengewässers verboten, damit sich die Bestände erholen können. Diese Schutzphase endet allerdings im kommenden Jahr. Über das weitere Vorgehen beraten ab heute Fachleute aus vier Ländern.

Bei der Jahrestagung der Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF) in Wasserburg sprechen Vertreter aus Bayern, Baden-Württemberg, Österreich und Liechtenstein über die künftigen Regeln für den Felchenfang.

Aus Baden-Württemberg kommt bereits das Signal, die Fischerei in begrenztem Umfang wieder zuzulassen. Das Landwirtschaftsministerium des Landes hatte erklärt, dass Fischer am Bodensee erneut Felchen fangen können sollten – vorausgesetzt, die Erholung der Population wird dadurch nicht gefährdet.

Warum der Bestand geschützt wurde

Der Bestand der Felchen war innerhalb von etwa zehn Jahren massiv zurückgegangen. Deshalb vereinbarten Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein Ende 2023 eine dreijährige Schonung. Als Ursachen gelten unter anderem der invasive Stichling, höhere Wassertemperaturen und veränderte Nahrungsgrundlagen. Inzwischen sehen Experten erste Hinweise darauf, dass sich die Lage langsam verbessert.

Noch ist offen, wie weit mögliche Lockerungen reichen könnten. Eine Rückkehr zu den früheren Fangbedingungen erscheint eher unwahrscheinlich. Stattdessen stehen strengere Vorgaben im Raum, etwa größere Maschenweiten, weniger Netze oder eine reduzierte Zahl an Fangtagen.

Darum sind Felchen so gefragt

Für viele Urlauber gehört der Bodensee untrennbar zu geräucherten oder gebratenen Felchen. Der Fisch ist beliebt, weil er vergleichsweise wenige Gräten hat. Vor Beginn der Schonzeit lag der Preis bei den Fischern bei rund 26 Euro pro Kilo Filet.

Eine Entscheidung zur Felchenfischerei im Obersee des Bodensees wird für Donnerstag erwartet. Die IBKF gilt als oberstes Gremium für Fragen der Fischerei am Bodensee. Ihre Beschlüsse können nur einstimmig gefasst werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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