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Weltreise geplatzt – «Odyssey» fährt plötzlich leer weiter

Der Traum vom Leben auf See platzte abrupt: Jetzt sticht die «Odyssey» wieder in See – doch ihre Bewohner sind verschwunden.

04.11.2026, 10:58 Uhr

Kreuzfahrtschiff «Odyssey» verlässt Kambodscha ohne seine Bewohner

Für mehr als 200 Menschen war die «Odyssey» als schwimmendes Zuhause gedacht – für einige sogar dauerhaft. Sie hatten Kabinen auf dem Schiff gekauft oder gemietet, um die Weltreise auf dem Meer zu ihrem Lebensmodell zu machen. Doch dieser Plan endete Ende Oktober in Kambodscha abrupt. Nun ist das Schiff aus dem Hafen von Sihanoukville im Südwesten des Landes ausgelaufen – ohne Passagiere.

Nach Daten des Schiffsverfolgungsdienstes MarineTraffic verließ die «Odyssey» den Hafen in der Nacht Ortszeit und nimmt demnach Kurs auf Singapur. Schon zuvor hatte der Sender BTV unter Berufung auf den Chef der örtlichen Tourismusbehörde, Taing Sochitkrishna, berichtet, dass das Schiff am 4. November ablegen solle.

Warum das Projekt gestoppt wurde

Auslöser für das Ende der Reise waren nach Angaben des US-Anbieters Villa Vie Residences massiv gestiegene Treibstoffkosten. Während sich die monatlichen Ausgaben für Sprit pro Kabine früher im Schnitt auf etwa 1.800 US-Dollar beliefen, sollen sie in Asien zuletzt auf geschätzte 6.000 bis 8.000 US-Dollar gestiegen sein. Der Betreiber setzte den Betrieb daraufhin überraschend aus.

Für die Reisenden aus rund einem Dutzend Ländern hatte das drastische Folgen: Innerhalb weniger Stunden mussten sie ihre Sachen packen und das Schiff verlassen, das für sie zum Zuhause geworden war.

Das Konzept von Villa Vie Residences sah vor, Langzeitreisen über die Weltmeere mit dem Komfort eines festen Wohnsitzes zu verbinden. Geplant war ursprünglich eine dreijährige Route über alle sieben Kontinente bis Ende 2027. Nach Angaben kambodschanischer Politiker berichteten einige Betroffene, sie hätten für dieses Lebensmodell sogar Häuser und Autos verkauft.

Kreuzfahrtschiff «Odyssey» verlässt Kambodscha
Kambodschas Behörden haben sich eingeschaltet – und wollen die Passagiere unterstützen. Quelle: Heng Sinith/AP/dpa

Wie es für die Passagiere weitergeht

Die ehemaligen Bewohner der «Odyssey» müssen nun ihre Weiterreise und ihren Alltag neu organisieren. Kambodschanische Behörden halfen ihnen Berichten zufolge unter anderem bei der Suche nach Unterkünften und bei Transportfragen.

Laut der Nachrichtenseite «ThmeyThmey» befanden sich zu Beginn der Woche noch knapp 100 der ursprünglich mehr als 200 Passagiere in der Küstenprovinz Preah Sihanouk. Andere reisten durch Kambodscha oder hatten das Land bereits verlassen, um in ihre Heimat oder zu anderen Zielen in der Region weiterzufliegen.

Wie es mit der «Odyssey» selbst weitergeht, ist bislang offen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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