Allgemein

Warum Schweizer Statuen jetzt Babytragetücher tragen

Warum trägt Einstein plötzlich Pink? Aktivisten verpassen Denkmälern Babytragetücher – und fordern mehr Einsatz von Vätern.

07.06.2026, 12:33 Uhr

Pinke Babytragen für Männer-Statuen in Schweizer Städten

In mehreren Schweizer Städten sind über Nacht bekannte Männer-Denkmäler auffällig umgestaltet worden. Die Figuren wurden mit pinkfarbenen Babytragetüchern und Puppen ausgestattet. Auch die Albert-Einstein-Statue im Berner Rosengarten, die auf einer Bank sitzt und oft als Fotomotiv dient, wurde so in Szene gesetzt. Hinter der Aktion steht die Bewegung Operation Libero. Sie erklärt, damit ein sichtbares Zeichen für die Verantwortung von Vätern in der Kinderbetreuung setzen zu wollen.

Albert Einstein (1879–1955) zählt zu den bedeutendsten Wissenschaftlern der Geschichte. Berühmt wurde er vor allem durch die Relativitätstheorie, die sich mit Raum, Zeit und Gravitation beschäftigt. Einen Teil seines Lebens verbrachte er in Bern.

Nach Angaben von Co-Geschäftsführer Simon Städeli waren Unterstützerinnen und Unterstützer der Aktion in der Nacht und in den frühen Morgenstunden in mehreren Städten unterwegs. Neben Bern wurden auch Denkmäler in Basel, Zürich und Aarau entsprechend gestaltet. Rechtliche Konsequenzen erwartet die Organisation nach eigenen Angaben nicht, da keine Sachbeschädigung vorliege.

Aktion zum internationalen Vatertag

Auslöser der Kampagne ist der internationale Vatertag am 7. Juni. In Deutschland wird Vatertag hingegen traditionell an Christi Himmelfahrt begangen. Operation Libero kündigte an, die Tragetücher nach einer Woche wieder zu entfernen. Am 14. Juni steht in der Schweiz zudem der traditionelle Frauenstreik an.

Die Bewegung fordert bessere politische Bedingungen, damit Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung gerechter zwischen Müttern und Vätern aufgeteilt werden können. Anders als in Deutschland gibt es in der Schweiz bislang keine Elternzeit. Verschiedene Gruppen setzen sich deshalb für eine entsprechende Regelung ein und sammeln derzeit Unterschriften, um möglicherweise 2027 oder 2028 eine Volksabstimmung darüber zu erreichen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen