Allgemein

Seglerin tot: Was weiß der 26-Jährige wirklich?

Er fuhr minutenlang auf ein Segelboot zu – eine Deutsche starb. Jetzt könnte eine brisante Aussage den Prozess komplett drehen.

21.05.2026, 16:12 Uhr

Ein Strafverfahren um ein tödliches Bootsunglück auf dem Bodensee, bei dem eine 57 Jahre alte Deutsche ums Leben kam, wird voraussichtlich neu aufgerollt. Die Staatsanwaltschaft Feldkirch bestätigte damit einen Bericht der Vorarlberger Nachrichten.

Gegen den 26-jährigen Österreicher wird nun wegen bedingt vorsätzlichen Mordes ermittelt. Das bedeutet, dass ihm vorgeworfen wird, den Tod der Frau zwar nicht ausdrücklich beabsichtigt, ihn aber bewusst in Kauf genommen zu haben. Die Anklage ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Bereits im April hatte sich der Mann vor dem Landesgericht Feldkirch wegen desselben Vorfalls verantworten müssen. Damals lautete der Vorwurf noch auf grob fahrlässige Tötung. Nach den Aussagen des Angeklagten kam das Gericht jedoch zu dem Schluss, dass möglicherweise ein Tötungsdelikt vorliegt. In einem solchen Fall ist in Österreich ein Geschworenengericht zuständig.

Neue Aussagen nähren den Verdacht

Der Unfall ereignete sich im Oktober 2025 nahe Bregenz. Dort war der 26-Jährige mit seinem Motorboot mit dem Segelboot eines deutschen Ehepaares kollidiert. Die 57-jährige Frau stürzte dabei ins Wasser und starb noch am Unglücksort. Ihr Ehemann konnte sich kurz vor dem Zusammenstoß mit einem Sprung ins Wasser retten. Das Segelboot wurde vollständig zerstört.

Im ersten Verfahren hatte der Angeklagte erklärt, weder zu schnell gefahren noch unaufmerksam gewesen zu sein. Die Richterin äußerte jedoch Zweifel daran und betonte, dass nicht mehr nur von grober Fahrlässigkeit gesprochen werden könne, wenn jemand über mehrere Minuten hinweg direkt auf ein Segelboot zufahre.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen