Wirtschaft

VW vor Akku-Rückruf: Fehler in Batteriezellen

Nach dem Millionen-Rückruf trifft es VW schon wieder: Jetzt gibt es Probleme bei E-Autos – und im schlimmsten Fall droht Brandgefahr.

15.10.2026, 19:18 Uhr

Wenige Wochen nach einem großangelegten Rückruf wegen eines fehlerhaften Lenkschraubenteils plant Volkswagen in Deutschland die nächste Serviceaktion. Nach Angaben eines Unternehmenssprechers sind diesmal einige Tausend Fahrzeuge betroffen. Zuerst hatte das Handelsblatt darüber berichtet.

Qualitätsmängel bei Batteriezellen

Laut VW haben interne Kontrollen gezeigt, dass bestimmte Hochvolt-Batteriezellen in einzelnen Fahrzeugen der ID.-Reihe nicht den geforderten Standards entsprechen. Ursache seien Fertigungsfehler bei Zulieferern. Betroffen sei nur ein begrenzter Produktionszeitraum. In seltenen Fällen könne es dadurch zu einer stärkeren thermischen Belastung der Batterie kommen, im schlimmsten Fall bestehe Brandgefahr.

Rückrufe in anderen Ländern laufen bereits

Dem Bericht zufolge könnten unter anderem Fahrzeuge der Modelle VW ID.3, ID.4, ID.7, ID. Buzz sowie der Cupra Born betroffen sein, sofern sie zwischen 2023 und 2025 gebaut wurden. Der Konzern selbst nannte zunächst keine konkreten Modelle.

In Großbritannien und den USA wurden bereits Rückrufe gestartet. In den Vereinigten Staaten betrifft die Maßnahme laut Behörden mehr als 22.000 Fahrzeuge vom Typ ID.4. Für Deutschland und weitere Märkte bereitet VW entsprechende Schritte derzeit vor. Nach Unternehmensangaben läuft dazu eine enge Abstimmung mit den zuständigen Behörden. Beim Kraftfahrt-Bundesamt war der Rückruf zunächst noch nicht gelistet. Wie viele Fahrzeuge weltweit betroffen sind, blieb vorerst offen.

Laden vorerst nur bis 80 Prozent

Als unmittelbare Vorsichtsmaßnahme begrenzt VW bei betroffenen Fahrzeugen den Ladevorgang auf maximal 80 Prozent. Ein Teil der Autos soll im Rahmen des Rückrufs in Werkstätten überprüft werden, wo die Hochvolt-Batterien kontrolliert werden. Erst wenn eine Batterie als unbedenklich eingestuft wird, soll die Ladebegrenzung wieder entfallen.

Volkswagen - Rückruf wegen korrodierender Schrauben
Ein Rückruf wegen einer fehlerhaften Schraube wurde erst vor wenigen Wochen bekannt. Betroffen sind Millionen Fahrzeuge. (Archivbild) Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Betroffene Halter sollen schriftlich informiert werden. In dem Schreiben werde erläutert, wie der Rückruf abläuft und an wen sich Kunden wenden können. Wer keinen Brief erhalte, sei nach aktuellem Stand nicht betroffen. Über weitere mögliche Lösungen will VW später ebenfalls schriftlich informieren. Ein Austausch der Batteriemodule sei nicht in jedem Fall notwendig; unter Umständen könne auch ein Softwareupdate ausreichen.

Bereits Millionenrückruf im September

Erst Ende September hatte Volkswagen weltweit mehr als fünf Millionen Fahrzeuge wegen einer korrosionsanfälligen Schraube an der Lenkung in die Werkstätten beordert. Dieser Mangel kann im Einzelfall die Befestigung und damit die Funktion der Lenkung beeinträchtigen. In Deutschland waren davon rund 1,4 Millionen Autos von VW sowie den Konzernmarken Audi, Seat und Skoda betroffen.

Auch der aktuelle Fall ist nicht der erste batteriebedingte Rückruf in diesem Jahr: Bereits im März hatten VW und Cupra weltweit über 90.000 Fahrzeuge wegen Problemen mit der Batterie zurückgerufen, darunter etwa 28.000 Autos in Deutschland.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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