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USA vollstrecken wieder – erste Hinrichtung nach Fiasko

Nach dem Schock um Christa Pike: In Texas wurde erstmals wieder ein Todesurteil vollstreckt – trotz neuer Zweifel.

08.10.2026, 06:43 Uhr

Hinrichtung in Texas nach Mordurteil vollstreckt

Im US-Bundesstaat Texas ist ein zum Tode verurteilter Mann hingerichtet worden. Mehrere US-Medien berichteten übereinstimmend, dass die Exekution des 46-jährigen Jamaal Howard am Mittwochabend Ortszeit durchgeführt wurde. Es war die erste Hinrichtung in den Vereinigten Staaten seit dem gescheiterten Vollzug gegen die US-Amerikanerin Christa Pike in der vergangenen Woche. Deren Fall hatte die seit Langem kontrovers geführte Debatte über die Todesstrafe erneut angeheizt.

Howard war verurteilt worden, weil er im Jahr 2000 bei einem Raubüberfall eine Frau erschossen hatte. Damals soll er 114 US-Dollar aus der Kasse entwendet haben. Bereits 2001 sprach ein Gericht das Todesurteil gegen ihn aus. Berichten zufolge wandte sich Howard in seinen letzten Worten an die Angehörigen des Opfers und bat sie um Vergebung. Laut der New York Times sagte er: „Es tut mir leid, was passiert ist.“

Wie schon im Fall Pike sollte bei der Hinrichtung das Medikament Pentobarbital für die tödliche Injektion eingesetzt werden. Die Anwälte Howards versuchten auf verschiedenen juristischen Wegen, die Exekution noch zu verhindern, blieben jedoch erfolglos. US-Medien zufolge forderten sie unter anderem eine Verschiebung, bis zusätzliche Informationen zu dem verwendeten Mittel vorliegen.

Vor Howard hatte Texas in diesem Jahr bereits sechs Menschen hingerichtet. Für November sind in dem Bundesstaat zwei weitere Exekutionen vorgesehen.

Der Fall Christa Pike

Im Bundesstaat Tennessee hatte die zum Tode verurteilte Mörderin Christa Pike am 30. September die Vollstreckung ihrer Todesstrafe mit der Giftspritze überlebt. Nach Angaben der Behörden waren ihr die im Hinrichtungsprotokoll vorgesehenen zwei Dosen Pentobarbital verabreicht worden. Dennoch überlebte die 50-Jährige beide Injektionen und wurde bewusstlos in ein Krankenhaus gebracht.

Nach Angaben ihres Anwalts Stephen Ferrell ist Pike inzwischen wieder bei Bewusstsein, hat begonnen zu sprechen und kann mittlerweile in ihrem Krankenzimmer wieder aufstehen und kurze Strecken gehen. Geistig sei sie aber noch benommen und verliere leicht den Faden, sagte Ferrell der BBC. Zudem seien ihre Arme schwer verletzt und bislang kaum einsetzbar. Ob bleibende Schäden zurückbleiben, ist demnach noch offen.

Das Death Penalty Information Center erklärte, ein vergleichbarer moderner Fall in den USA sei nicht bekannt: Demnach habe es bislang keinen ähnlichen Fall gegeben, in dem die vorgesehenen Hinrichtungsmedikamente verabreicht wurden und die verurteilte Person dennoch weiterlebte.

Ein Gericht in Tennessee ordnete am Mittwoch zudem an, sämtliche Beweismittel im Zusammenhang mit dem gescheiterten Hinrichtungsversuch aufzubewahren. Dazu zählen unter anderem Infusionsleitungen, Spritzen und Unterlagen zu Pikes Gesundheitszustand. Ob der Bundesstaat einen neuen Hinrichtungstermin anstrebt, ist bislang unklar. Tennessees republikanischer Gouverneur Bill Lee setzte weitere Hinrichtungen zunächst bis zum Jahresende aus und ordnete eine unabhängige Untersuchung des Falls an.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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