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US-Uni in Aufruhr: Misstrauen nach Vergewaltigungsvorwurf

Nach mutmaßlicher Gruppenvergewaltigung an Cornell eskaliert der Fall: Ein brisantes Votum bringt die Uni-Spitze in Bedrängnis.

07.11.2026, 15:34 Uhr

Wegen des Umgangs mit dem Vorwurf einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung hat der Fakultätssenat der US-Eliteuniversität Cornell der Hochschulführung das Misstrauen ausgesprochen. Nach Angaben der New York Times fiel die Abstimmung am Freitag (Ortszeit) mit 75 zu 50 Stimmen aus; fünf Mitglieder enthielten sich, weitere fünf gaben keine Stimme ab.

Das Votum hat vor allem symbolischen Charakter, da der Senat Universitätspräsident Michael Kotlikoff nicht absetzen kann. Dennoch ist das Signal deutlich: Seit Monaten steht Cornell wegen des Umgangs mit dem sensiblen Fall unter öffentlicher Beobachtung. Im Mittelpunkt steht die Aussage einer ehemaligen Studentin, die angibt, im Oktober 2024 in einem Verbindungshaus von mehreren Männern vergewaltigt worden zu sein.

Forderung nach anderem Umgang mit sexueller Gewalt

Der Fakultätssenat, der die Interessen des wissenschaftlichen Personals vertritt, verlangt nachdrücklich Veränderungen im Umgang der Universität mit sexuellen Übergriffen auf dem Campus. In dem Beschluss heißt es laut New York Times, man habe „kein Vertrauen in die Fähigkeit der zentralen Verwaltung, die andauernde Krise sexueller Übergriffe an der Cornell University wirksam zu bewältigen“.

Unterstützung erhielt Kotlikoff hingegen vom Hochschulrat. Dessen Vorsitzende Anne Meinig Smalling stellte sich hinter den Präsidenten und erklärte, er und seine Verwaltung seien die richtige Führung, um das Problem anzugehen. Zugleich räumte sie laut CNN ein, das Misstrauensvotum zeige eine „tiefe Wut auf unserem Campus“. Kotlikoff habe die Fakultät um Zeit für Reformen gebeten, während Teile der Lehrenden und Studierenden bereits seinen Rücktritt verlangen.

Hintergrund des Falls

Ausgelöst wurde die Debatte durch den Fall einer ehemaligen Studentin, die öffentlich nur unter dem Pseudonym Jane Doe auftritt. Ihren Angaben zufolge wurde sie 2024 in einem Haus einer Studentenverbindung von mehreren Männern vergewaltigt. Die Beschuldigten weisen die Vorwürfe zurück.

Zunächst hatte der Fall keine strafrechtlichen Folgen. Nach einer Zivilklage und zunehmendem öffentlichen Druck wird er inzwischen von der New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James untersucht.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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