Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Mord an US-Rapper Tupac Shakur ist der frühere Gang-Anführer Duane Davis im Alter von 63 Jahren zu mindestens 40 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Richterin Carlin Kierny verkündete das Strafmaß am Dienstag in Las Vegas – rund sechs Wochen, nachdem Geschworene Davis schuldig gesprochen hatten.
Die Jury sah es in dem mehrwöchigen Verfahren als erwiesen an, dass Davis als Drahtzieher hinter der Tötung des Musikers stand. Davis erschien in Handschellen vor Gericht und kündigte gemeinsam mit seinem Anwalt an, Berufung gegen das Urteil einzulegen.
Tupac wurde 1996 angeschossen und starb wenig später
Tupac Shakur zählt zu den erfolgreichsten und prägendsten Rappern der 1990er Jahre. Mit Songs wie „California Love“ und „Changes“ wurde er weltweit bekannt und verkaufte Millionen Tonträger.
Der damals 25-Jährige wurde am 7. September 1996 in Las Vegas in einem Auto angeschossen. Sechs Tage später starb er im Krankenhaus an den Folgen der Attacke.
Gericht sah Davis als Organisator des Angriffs
Die Anklage warf Davis nicht vor, selbst geschossen zu haben. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft war der frühere Anführer der Straßengang South Side Compton Crips jedoch der Mann, der den tödlichen Angriff im Umfeld rivalisierender Gruppen organisiert habe.
Demnach soll Davis die Vergeltungsaktion veranlasst und auch die Waffe beschafft haben. Nach dem Recht des US-Bundesstaats Nevada kann auch wegen Mordes verurteilt werden, wer eine solche Tat unterstützt oder ermöglicht.
Davis war 2023 in Las Vegas festgenommen und unter anderem wegen Mordes unter Einsatz einer tödlichen Waffe angeklagt worden. Er hatte auf nicht schuldig plädiert.
Ermittlungen kamen erst spät voran
Über Jahre hinweg fehlten den Ermittlern ausreichende Beweise für einen Prozess. Nach Angaben der Polizei trugen am Ende jedoch auch Davis’ eigene Aussagen dazu bei, den Fall entscheidend voranzubringen.
Davis hatte mehrfach öffentlich erklärt, dass er in dem weißen Cadillac gesessen habe, aus dem auf Shakur geschossen worden sei. In Interviews und in seiner Autobiografie sagte er zudem, er sei der einzige noch lebende Insasse des Wagens.
Bereits 2008 hatte er in einem Verhör erklärt, die tödlichen Schüsse seien von seinem Neffen abgegeben worden.
Verteidigung sprach von erfundenen Geschichten
Verteidiger Michael Sanft versuchte im Prozess, diese früheren Aussagen zu entkräften. Er schilderte seinen Mandanten als Lügner und Angeber, der zahlreiche Geschichten erfunden habe, um finanziell davon zu profitieren.
Physische Beweise, die Davis tatsächlich am Tatort verortet hätten, gab es in dem Verfahren laut Gerichtsdarstellung nicht.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber