DFB-Frauen schlagen auch Japan
Die deutschen Fußballerinnen haben ihren nächsten überzeugenden Auftritt mit einem weiteren Erfolg gekrönt. Im verregneten Bremer Weserstadion setzte sich die Mannschaft von Bundestrainer Christian Wück gegen Asienmeister Japan verdient mit 2:1 (1:1) durch. Nach dem Abpfiff lief Wück mit zufriedener Miene über den Rasen und klatschte mit Sportdirektorin Nia Künzer ab, während auf den Rängen schwarz-rot-goldene Fahnen geschwenkt wurden.
"Für mich als Trainer war es ein absolutes Spitzenspiel. Zwei Mannschaften mit sehr, sehr hohem Niveau", sagte Wück in der ARD. Zwar habe sein Team die erste Viertelstunde gebraucht, um in die Partie zu finden, danach sei Deutschland aber sehr dominant gewesen und habe sich mit den Toren belohnt. Siegtorschützin Klara Bühl sprach sogar davon, dass die Mannschaft "einen Riesenschritt nach vorn gemacht" habe.
Linda Dallmann in der 28. Minute und Klara Bühl in der 73. Minute erzielten die Treffer für die DFB-Auswahl. Zuvor hatte Bayern-Spielerin Momoko Tanikawa Japan bereits nach einer Viertelstunde in Führung gebracht. 26.574 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten die Partie im Weserstadion.
Wück verändert seine Startelf
Im Vergleich zum 4:2 gegen Australien nahm Wück vier Wechsel vor. Neu in der Abwehr begannen Marie Müller von den Portland Thorns auf der rechten Seite sowie Sophia Kleinherne vom VfL Wolfsburg in der Innenverteidigung. In der Offensive erhielten Dallmann und Nicole Anyomi von den London City Lionesses eine Chance von Beginn an. Dafür saßen Carlotta Wamser, Janina Minge, Cora Zicai und Melissa Kössler, die gegen Australien doppelt getroffen hatte, zunächst nur auf der Bank.
Viel Druck über die linke Seite
Deutschland bestimmte über weite Strecken die erste Halbzeit, während sich Japan meist tief in die eigene Hälfte zurückzog. Auf dem nassen Rasen lief der Ball bei der DFB-Elf häufig schnell und sicher, vor allem über die linke Seite, wo Franziska Kett und Klara Bühl immer wieder gefährliche Angriffe einleiteten.
So fiel auch der Ausgleich: Nach einer Vorlage von Bühl kam Dallmann aus rund zwölf Metern zum Abschluss und setzte den Ball kraftvoll unter die Latte.
Japan brauchte vor der Pause nur eine echte Möglichkeit, nutzte diese aber konsequent. Aoba Fujino von Manchester City bediente Tanikawa, die sich im Strafraum geschickt gegen Camilla Küver und Kleinherne durchsetzte und halbhoch abschloss. Torhüterin Ena Mahmutovic, die erneut zwischen den Pfosten stand, war chancenlos.
Bühl zunächst glücklos, Deutschland bleibt dran
Kurz vor dem Seitenwechsel hätte Bühl das Spiel drehen können, verfehlte nach einem schnellen Gegenstoß das Tor jedoch knapp. Co-Trainerin Maren Meinert zeigte sich zur Pause dennoch zufrieden und sprach in der ARD von einem "unheimlich schnellen Spiel" mit Chancen auf beiden Seiten. Gleichzeitig forderte sie mehr Präzision beim letzten Pass.
Zur zweiten Halbzeit brachte Wück Janina Minge und Melissa Kössler für Küver und Anyomi. Bühl setzte früh ein weiteres Ausrufezeichen, als sie ihre Gegenspielerin an der Eckfahne mit einem Beinschuss düpierte und dafür Szenenapplaus vom Publikum erhielt.
Bühl trifft zum verdienten Sieg
Japan verteidigte zwar lange diszipliniert, doch Deutschland drängte immer stärker auf den zweiten Treffer. Auch Torhüterin Ayaka Yamashita verhinderte zunächst das 2:1, als sie einen Schuss von Dallmann stark über die Latte lenkte. Später kamen mit Cora Zicai und Carlotta Wamser weitere frische Kräfte ins Spiel.
Schließlich belohnte sich Bühl für ihren starken Auftritt selbst. Nach Zuspiel von Kössler traf die 25-Jährige mit einem flachen Linksschuss zur verdienten Führung. In der Schlussphase spielte die DFB-Auswahl weiter mutig nach vorne, während von den zunehmend müde wirkenden Japanerinnen kaum noch Gefahr ausging.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber