Die Serie tödlicher Badeunfälle während der anhaltenden Hitzewelle in Deutschland hat sich weiter ausgeweitet. Seit Freitag kamen nach aktuellem Stand mindestens 13 Menschen in Seen, Flüssen, Kanälen und Freibädern ums Leben.
Allein am Samstag starben ein 27-Jähriger im Neckar bei Heidelberg, ein 30-Jähriger in einem Badesee bei Neuhofen südlich von Mannheim sowie zwei Männer in Berlin. Im Herner Meer am Rhein-Herne-Kanal in Nordrhein-Westfalen kam zudem ein sechs Jahre altes Kind ums Leben. In Hessen bargen Einsatzkräfte südwestlich von Frankfurt einen 40-Jährigen tot aus dem Waldsee Raunheim.
Weitere Todesfälle in Nordrhein-Westfalen und Hessen
In Nordrhein-Westfalen wurde am Sonntagvormittag nach dreitägiger Suche ein 14-Jähriger tot aus einem See bei Düren geborgen. Nach bisherigen Erkenntnissen war er bereits am Freitag mit Freunden in einem Schlauchboot unterwegs und aus bislang ungeklärter Ursache ins Wasser gefallen. Ein Notarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen. Bereits am Samstag war zudem ein 41-jähriger Mann in einem Baggersee in Düsseldorf ertrunken.
In Hessen kam es am Sonntagvormittag außerdem zu einem weiteren tödlichen Badeunfall: In einem Freibad in Kassel wurde ein 76-Jähriger leblos im Wasser entdeckt. Reanimationsmaßnahmen blieben ohne Erfolg.
Zwei tödliche Unglücke in Berlin
In Berlin kam es am Samstag zu zwei weiteren tödlichen Vorfällen. Im Jungfernheideteich in Charlottenburg entdeckte eine Gruppe in einem Schlauchboot gegen 13 Uhr einen leblosen 42-Jährigen im Wasser. Die Menschen zogen ihn an Land und begannen mit Wiederbelebungsmaßnahmen, die der Rettungsdienst fortsetzte. Dennoch konnte nur noch sein Tod festgestellt werden.
Am Tempelhofer Hafen wurde zudem ein 51-Jähriger leblos im Wasser treibend entdeckt. Feuerwehrkräfte bargen den Mann, konnten ihn aber nicht mehr retten.
Bereits am Freitag mehrere tragische Unglücke
Schon am Freitag hatte es mehrere tödliche Vorfälle gegeben. Im Seepark Lünen bei Dortmund zogen Besucher einen 45 Jahre alten Mann aus dem Wasser. Er starb später im Krankenhaus. In Isernhagen bei Hannover wurde ein achtjähriger Junge nach rund zweistündiger Suche tot aus einem Badesee geborgen. Nach ersten Erkenntnissen hatte sich das Kind im Wasser aufgehalten und war dann plötzlich verschwunden.
Auch am Bodensee suchten Rettungskräfte stundenlang nach zwei Schwimmern. Die älteren Männer waren bereits am Donnerstag vor den Augen ihrer Frauen in den See gesprungen und nicht mehr aufgetaucht. Ihre Leichen wurden am Freitag gefunden.
Einsätze in Heidelberg und bei Mannheim
In Heidelberg waren Polizei, Rettungsdienst und Taucher im Einsatz, um den 27-Jährigen aus dem Neckar zu bergen. Die anschließende Reanimation blieb erfolglos.
Der 30-Jährige, der in einem Badesee bei Neuhofen südlich von Mannheim ums Leben kam, hielt sich mit Freunden am Wasser auf und ging allein schwimmen. Als seine Begleiter ihn nicht mehr sahen, alarmierten sie die Rettungskräfte.
Vermisster Schwimmer in der Ostsee
Am Sonntagnachmittag suchten Einsatzkräfte außerdem in der Ostsee nach einem vermissten Langstreckenschwimmer. An der Seebrücke Scharbeutz im Osten Schleswig-Holsteins waren unter anderem eine Drohne und mehrere Boote im Einsatz. Die Suche wurde jedoch zunächst ohne Erfolg abgebrochen.
Temperaturen bis an die 40-Grad-Marke
Deutschland erlebt seit mehreren Tagen eine starke Hitzewelle mit Temperaturen bis an und über die 40-Grad-Marke. Vielerorts bleibt selbst nachts die erhoffte Abkühlung aus. Der Sprung in kaltes Wasser kann den Kreislauf unter diesen Bedingungen stark belasten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber