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Ebola im Kongo: Drei Helfer unter den ersten Opfern

Tragödie im Kongo: Drei Helfer sterben – offenbar nach einem Einsatz, als noch niemand wusste, dass Ebola bereits wütet.

23.05.2026, 13:10 Uhr

Drei freiwillige Helfer des Roten Kreuzes zählen offenbar zu den ersten Todesopfern des aktuellen Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo. Nach Angaben der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) haben sie sich vermutlich schon am 27. März in der Provinz Ituri infiziert, als sie bei einem anderen humanitären Einsatz mit Toten in Kontakt kamen. Damals war noch nicht bekannt, dass sich Ebola ausbreitet.

Die drei Helfer starben laut IFRC am 5., 15. und 16. Mai. Sollte sich der Verdacht bestätigen, hätte der Ausbruch deutlich früher begonnen als bisher angenommen.

Ausbruch blieb wohl wochenlang unentdeckt

Bislang galt ein Mann aus dem Kongo als frühester bekannter Fall. Er war am 24. April mit Symptomen behandelt worden und starb drei Tage später. Die ersten Ebola-Infektionen wurden jedoch erst am 15. Mai im Labor bestätigt.

Fachleute gehen davon aus, dass sich das Virus über mehrere Wochen unerkannt verbreitete. Schon zuvor waren Gruppen ungeklärter Todesfälle untersucht worden. Die Diagnose wurde zusätzlich erschwert, weil es sich um den seltenen Bundibugyo-Typ des Ebolavirus handelt, der mit herkömmlichen Tests zunächst nicht sicher nachgewiesen werden konnte.

Am 17. Mai rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite aus. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits mehr als 240 bekannte mutmaßliche Infektionen.

Hunderte Verdachtsfälle im Kongo

Nach WHO-Angaben gibt es in der Demokratischen Republik Kongo inzwischen fast 750 Verdachtsfälle und knapp 180 mutmaßliche Todesfälle. Im Labor bestätigt wurden bislang 83 Ebola-Infektionen, darunter 9 Todesfälle.

Die WHO stuft das Risiko einer Ansteckung im Kongo als sehr hoch, in der Region als hoch und weltweit als gering ein.

Uganda meldet neue bestätigte Fälle

Auch im Nachbarland Uganda wurden neue Infektionen registriert. Erstmals seit vergangener Woche meldeten die Behörden dort drei weitere bestätigte Ebola-Fälle. Betroffen sind demnach ein Fahrer und eine Krankenschwester, die Kontakt zum ersten bekannten Fall im Land hatten.

Damit steigt die Zahl der bestätigten Ebola-Infektionen in Uganda auf fünf. Verdachtsfälle veröffentlicht das Land nach eigenen Angaben nicht.

Frau mit Symptomen reiste per Flugzeug nach Kampala

Beim dritten neuen Fall in Uganda handelt es sich um eine Frau aus der Demokratischen Republik Kongo. Sie war mit einem Flugzeug in die ugandische Hauptstadt Kampala gereist, dort wegen Bauchbeschwerden behandelt worden und anschließend wieder zurückgereist. Eine später untersuchte Probe fiel positiv auf Ebola aus.

Nach Behördenangaben wurden alle Kontaktpersonen der drei Infizierten identifiziert. Sie werden nun überwacht und ihre Kontakte nachverfolgt.

Keine Übertragung über die Luft

Ebola ist eine schwere und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Anders als Atemwegsviren wie das Coronavirus wird das Virus nicht über Tröpfchen in der Luft übertragen. Eine Ansteckung erfolgt nur durch engen Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Menschen. Auch Verstorbene können noch mehrere Tage nach dem Tod eine hohe Viruslast in sich tragen.

Der aktuelle Ausbruch gilt als besonders schwer einzudämmen, weil es gegen den seltenen Bundibugyo-Typ bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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