Der FC Bayern München hat zum Abschluss seiner Reise nach Südkorea und Hongkong erneut mehr Engagement der Fußball-Bundesliga bei Auslandsaktivitäten eingefordert. Präsident Herbert Hainer sagte im Teamhotel in Hongkong, die Internationalisierung dürfe nicht von einem einzelnen Club getragen werden. Vielmehr müsse die gesamte Liga gemeinsam vorangehen und die Bundesliga diesen Kurs deutlich stärker unterstützen.
Hainer fordert mehr Einsatz der Liga
Nach Ansicht Hainers reicht es nicht, wenn der FC Bayern die Hauptlast übernimmt. Er betonte, dass eine wesentlich aktivere Beteiligung aller Bundesligisten nötig sei – nicht nur von ein oder zwei Vereinen, sondern von der Liga insgesamt.
Einige Clubs waren zuletzt ebenfalls im Ausland unterwegs: RB Leipzig absolvierte nach der vergangenen Saison eine Reise nach Südafrika, Borussia Dortmund war in diesem Sommer in Japan. Im September plant zudem der SC Paderborn einen Trip in die USA.
Kasper: Internationalisierung ist keine Kür
Rouven Kasper, seit dem 1. Januar 2026 Vorstand für Marketing und Vertrieb beim Rekordmeister, widersprach der Auffassung, internationale Präsenz sei nur ein zusätzlicher Bonus. Aus Sicht der Münchner sei es vielmehr eine Pflicht, sich außerhalb Deutschlands zu zeigen.
Er erklärte, dass die Aufmerksamkeit, die Bayern auf solchen Fernreisen erzeuge, letztlich allen zugutekomme. Solidarität innerhalb der Liga sei zwar wichtig, gleichzeitig müssten die anderen Clubs aber erkennen, dass Bayern gemeinsam mit nur wenigen weiteren Vereinen nicht dauerhaft allein die Internationalisierung vorantreiben könne. Deshalb sei es notwendig, dass mehr Teams selbst aktiv ins Ausland reisen – bislang passiere das deutlich zu selten.

Kritik an mangelndem Interesse
Als Beispiel nannte Kasper die Jahresversammlung der Kommission Internationalisierung. Wenn von 36 Vereinen lediglich 19 Vertreter erschienen, sei das aus seiner Sicht ein klares Zeichen dafür, dass viele Clubs dem Thema nur wenig Bedeutung beimessen.
Der 44-Jährige forderte deshalb, Bayern müsse nicht nur als Vorreiter auftreten, sondern die Debatte innerhalb der Bundesliga noch stärker anstoßen. Neben politischen Impulsen gehe es auch darum, praktikable und gute Ideen zu entwickeln, wie mehr Vereine gemeinsam internationale Märkte erschließen könnten.
Bayern zieht positive Bilanz der Asienreise
Die Münchner bewerteten den Trip nach Fernost insgesamt als Erfolg. Laut Kasper war die Resonanz der Fans sehr groß. Zudem habe der Verein beim Verkauf von Fanartikeln auf dieser Reise einen neuen Umsatzrekord erzielt.
Dass weder das erste Testspiel auf Jeju vollständig ausverkauft war noch das zweite in Hongkong schon Stunden vor dem Anpfiff voll besetzt war, änderte an der positiven Gesamtbewertung nichts. Kasper verwies darauf, dass auch andere Partien in diesem Sommer nicht ausverkauft gewesen seien. Dennoch wolle man analysieren, was sich bei künftigen Reisen noch verbessern lasse.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber